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03/07/2015 08:22 CEST | Aktualisiert 03/07/2015 08:26 CEST

7 Gründe, nie wieder Desinfektionsmittel zu benutzen

7 Gründe, nie wieder Desinfektionsmittel zu benutzen
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7 Gründe, nie wieder Desinfektionsmittel zu benutzen

Hygiene ist heute wahrscheinlich mehr Menschen wichtig als jemals zuvor. Um sich vor Keimen, Bakterien und Viren zu schützen, ziehen viele Menschen chemische Hilfsmittel dem normalen Waschen vor. Besonders beliebt ist das Hand-Desinfektionsmittel, das Hygiene-Liebhaber immer dabei haben – egal ob auf Reisen, im Büro oder im Restaurant.

Allerdings haben diese Mittel, so praktisch sie auch erscheinen mögen, ein paar unschöne Nebenwirkungen und sind am Ende sogar längst nicht so effektiv, wie die meisten denken.

Das hier sind 7 gute Gründe, in Zukunft lieber öfter die Hände zu waschen, anstatt sich mit Desinfektionsmittel einzureiben:

1. Es macht die Haut kaputt

Die meisten Desinfektionsmittel enthalten Alkohol. Das entzieht der Haut Fett und Feuchtigkeit und macht sie trocken und spröde. Außerdem zeigte eine kanadische Studie 2002, dass der Kontakt mit Alkohol, den Tod von Hautzellen um 26 Prozent verstärkt. All das trägt zum Alterungsprozess bei – wer an den Händen also keine Falten will, sollte Desinfektionsmittel meiden.

2. Es erhöht das Entzündungsrisiko

Die kanadische Studie zeigte auch, dass Alkohol bestimmte Substanz in Hautzellen zerstört, die Entzündungen vorbeugen sollen.

3. Es kann zur Entwicklung von resistenten Bakterien führen

Ein weiterer potentiell gefährlicher Stoff in vielen Desinfektionsmitteln ist Triclosan. 2006 wiesen norwegische Wissenschaftler dieser Substanz erschreckende Auswirkungen auf Bakterien nach. Triclosan kann die Krankheitserreger nämlich längerfristig resistent machen – nicht nur gegen Desinfektionsmittel, sondern auch gegen klinische Behandlung. Das US-amerikanische Center for Disease Control and Prevention vermutet, dass solche „Superbugs“ 2013 für mindestens 23.000 Tode in den USA verantwortlich waren.

4. Es kann Auswirkungen auf die Hormonproduktion haben

Desinfektionsmittel ist nur eins vieler Kosmetikprodukte, für die Phthalate verwendet werden. Diese Chemikalien können die Hormonproduktion beeinflussen, wenn der Körper sie aufnimmt. Aber da sie bislang nicht ausreichend erforscht wurden, um ihre genaue Wirkung zu kennen, sind sie weiterhin erlaubt.

5. Es könnte Krebs fördern

Weitere Bestandteile von Desinfektionsmitteln, der einigen Forschern Sorge bereitet, sind Parabene. Die finden sich auch in Brustkrebs-Tumoren, es ist also kein sehr schöner Gedanke, dass sie beim Auftragen von Desinfektionsmittel durch die Haut in unseren Körper gelangen können.

6. Es fördert die Aufnahme von gefährlichen Stoffen

Die chemische Verbindung Bisphenol A ist zwar nicht in Desinfektionsmitteln enthalten, aber laut einer Studie der University of Missouri, die 2014 durchgeführt wurde, erhöhen Handdesinfektionsmittel die Aufnahme des Stoffes um bis zu hundert Prozent. Bisphenol A ist in Plastik und sogar manchen Papieren enthalten und kann in überhöhten Dosen unter anderem den Fortpflanzungsorganen und dem Immunsystem schaden.

7. Es ist nicht effektiver als normales Händewaschen

Die schlimmste Nachricht für ultra-hygienische Desinfektions-Liebhaber ist vielleicht, dass der Alkohol-Chemie-Cocktail, mit dem sie sich gerne einreiben, Bakterien gar nicht effektiver bekämpft als das gute alte Händewaschen. Das zeigte unter anderem eine Studie von 2009, in der die Ergebnisse von gründlichem Händewaschen mit denen von Desinfektionsmittel-Nutzung verglichen werden. Das Ergebnis: Wasser und Seife sind der bessere Weg, um Bakterien loszuwerden.

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