POLITIK
02/07/2015 18:52 CEST | Aktualisiert 18/01/2016 14:26 CET

Nicholas Winton: Der Mann, der fast 700 jüdische Kinder vor dem Holocaust rettete

AP

Jahrelang hatte Nicholas Winton geschwiegen. Niemand sollte etwas über seine Vergangenheit erfahren. Denn Winton war ein zurückhaltender Mann, ein bescheidener Gentleman.

Vor ein paar Tagen starb der Brite, im Alter von 106 Jahren. Vielleicht sagt ihnen der Name Nicholas Winton nichts. Diese Zeilen sollen das ändern. Jeder sollte Nicholas Winton kennen, denn er rettete 669 jüdischen Kindern kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs vor dem Holocaust.

"Wenn es nicht unmöglich ist, dann gibt es einen Weg"

Er hatte sie alle in selbst organisierten Zügen aus der früheren Tschechoslowakei nach London gebracht - und die meisten damit wohl vor dem sicheren Tod gerettet. Wintons Lebensmotto: "Wenn es nicht unmöglich ist, dann gibt es einen Weg."

Jahrzehntelang hatte Winton zu seiner heldenhafte Rettungsaktion geschwiegen. Erst im Jahr 1988 machte die BBC die Geschichte der Kindertransporte bekannt - mit einer außergewöhnlichen Aktion.

Sie organisierten ein Treffen Wintons mit einer Frau, die der Brite damals vor den Nazis gerettet hatte. So schien es zunächst.

Doch im Laufe der Sendung fragte die Moderatorin: "Gibt es hier noch jemanden im Raum, der sein Leben Nicholas Winton verdankt?" Die Reaktion: Ein Großteil der Menschen im Publikum stand auf, die BBC hatte damals Dutzende der Holocaust-Überlebenden ins Studio eingeladen - ohne, dass Winton davon etwas geahnt hätte.

Seine Reaktion und die der Überlebenden sind einfach nur bewegend:

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