WIRTSCHAFT
02/07/2015 06:46 CEST | Aktualisiert 02/07/2015 16:13 CEST

Brief an die Post: Ich verliere meinen Job, weil Sie für mehr Geld streiken

Es ist ein emotionaler Hilferuf, den Facebook-Userin Anna der Deutschen Post an die digitale Pinnwand geschrieben hat. Es gehe um ihre berufliche Zukunft, ihre Existenz, schreibt sie.

Den Streik der Post-Angestellten findet sie "schön und gut", aber sie frage sich, ob es fair sei, "dass ich meinen Job verliere, weil Sie für mehr Geld streiken?"

Hier lesen Sie den Facebook-Brief von Anna an die Post:


anna

Weiter schreibt sie: „Ich würde durch ganz Deutschland fahren, um diesen Brief persönlich abzuholen, alles was mir hilft, meine Dokumente so schnell wie möglich in den Händen zu halten, damit ich wie geplant meine Zukunft in den USA weiter leben kann.“

Mittlerweile hat Anna ihren Post gelöscht. Sie hat den Brief nämlich mittlerweile dann doch noch bekommen, nach vielen Tagen des Wartens, sagte sie dem "Express". Ihr Glück. Denn die Post hatte zuvor erklärt, dass es keine Möglichkeit gebe, den Standort des Briefes zu ermitteln.

Vor dem glücklichen Happy End für Anna hatte sich ihre Beschwerde rasant in den sozialen Netzwerken verbreitet. Viele User hatten Mitleid mit Anna und konnten ihren Ärger sehr gut nachvollziehen.

In den Kommentaren unter dem Post von Facebook-Userin Anna gab es jedoch auch eine hitzige Diskussion. Einige ärgerten sich, dass manche Nutzer mehr Mitleid mit Anna hatten als mit den Arbeitsbedingungen bei der Post.

Der Post-Streik hat nicht nur Einfluss auf die berufliche Situation der Post-Kunden. In einigen Fällen geht es womöglich auch um Leben oder Tod. Kinder- und Jugendärzte beklagen etwa, dass Karten mit Blutproben von neugeborenen Kindern nicht rechtzeitig in den Laboren ankämen.

Die Behandlungen von teils lebensbedrohenden Stoffwechselkrankheiten könnten sich verzögern.

HINTERGRUND: TARIFKONLIFKT


Die Post streikt seit fast vier Wochen. Angestellte sind wütend über die umstrittene Ausgliederung von Paketgesellschaften mit niedrigerer Bezahlung. Die Post bleibt hart und hält die Ausgliederung für "nicht verhandelbar". Die Deutsche Post zahlt im Haustarif durchschnittlich gut 17 Euro, in den neuen Gesellschaften im Schnitt 13 Euro. Wettbewerber setzten dagegen vielfach Subunternehmer ein, die nur zum 8,50-Euro-Mindestlohn beschäftigten, argumentiert die Post.

mit Material der dpa

UPDATE: 15.58 Uhr - Der Artikel wurde aktualisiert.

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