POLITIK
02/07/2015 12:51 CEST | Aktualisiert 02/07/2015 15:21 CEST

Berliner SPD-Landeschef Stöß: Fahrräder müssen in deutschen Städten zum Hauptverkehrsmittel werden

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Jan Stöß will die Rad-Offensive. Im aktuellen "Spiegel" stellte der Metropolenbeauftragte der SPD und Berliner Landeschef seinen Plan vor, Fahrräder in deutschen Innenstädten zum Hauptverkehrsmittel zu machen.

"Wir brauchen eine bessere Erreichbarkeit mit dem öffentlichen Nahverkehr und Strategien, wie der Radverkehr gefördert werden kann", sagte Stöß.

Die HuffPost hat nachgehakt, wie genau der SPD-Mann das anstellen will:

Huffington Post: Herr Stöß, Busspuren und Radwege kosten Geld. Wer soll das bezahlen?

Jan Stöß: Eine gute Verkehrsinfrastruktur ist auch ein Wirtschaftsfaktor. Deshalb macht es jetzt Sinn, zu investieren und dabei die Verkehrsmittel nicht gegeneinander auszuspielen. Langfristig ist es sogar deutlich kostengünstig, in dem Bereich zu investieren: Radverkehr braucht verhältnismäßig wenig Platz, nutzt die Straßen nicht ab und erzeugt keine Emissionen.

HuffPost: Wie machen Sie das in Berlin?

Stöß: Im Moment investieren wir vier Euro pro Jahr und Einwohner – jetzt machen wir uns auf den Weg, dass es fünf Euro werden und so weitere Radwege entstehen.

HuffPost: Radwege ohne Radfahrer helfen aber auch nicht weiter. Wie kriegen Sie die Leute aufs Rad?

Stöß: Wenn das unsere Sorge wäre, dann bräuchten wir auch nicht mehr Infrastruktur für Radfahrer. Nein, es gibt an manchen Orten sogar Fahrrad-Staus aufgrund des hohen Aufkommens. Wenn Fahrradfahren in Berlin so sicher wie nur möglich wird, dann werden auch überzeugte Autofahrer das Rad in die Hand nehmen.

jan stöß

Jan Stöß

HuffPost: Für alle, die trotzdem weiter auf das Auto bestehen: Macht eine Art "Innenstadt-Maut" Sinn?

Stöß: Nein.

HuffPost: Wie oft in der Woche sind Sie mit dem Rad unterwegs? Und mit dem Bus?

Stöß: So oft es nur geht. Mit dem Bus eher selten, öfter mit der U-Bahn. Aber am allerliebsten mit dem Fahrrad, weil man da etwas frische Luft zwischen all den Terminen bekommt.

HuffPost: Gelten solche Ansprüche, weniger das Auto zu nutzen, auch für Politiker? Die bevorzugen in der Regel den Dienstwagen.

Stöß: Klar. Bewegung tut jedem gut. Fahrradfahren schont die Umwelt und man kriegt mit, was in der Stadt passiert. Nur gute Gründe, warum man das Auto auch mal stehen lassen sollte.

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