POLITIK
01/07/2015 11:59 CEST | Aktualisiert 01/07/2015 12:00 CEST

Zwei Zahlen zeigen, dass das Ende von Tsipras naht

AP

Ob Griechenlands Premier Alexis Tsipras die Folgen seines Referendums auch nur annähernd abgeschätzt hat? Gut möglich, dass er mit der Abstimmung über die Reformen Zeit im Euro-Poker gewinnen wollte. Aber das?

Das Referendum kostet Griechenland nicht nur ein milliardenschweres Hilfspaket, eine drohende Staatspleite und das Vertrauen seiner europäischen Verhandlungspartner - es könnte Tsipras auch seine politische Zukunft kosten.

Zwei Zahlen zeigen, dass sich die Griechen von Tsipras Politik abkehren. Zwar lehnt die Mehrheit seiner Landsleute immer noch die von den Gläubigern vorgeschlagenen Reformen ab, wie der Premier auch.

In einer Umfrage des Instituts ProRata sprachen sich 57 Prozent gegen die Reformen aus - allerdings, bevor die Banken am Montag schlossen. Mittlerweile können die Griechen nur noch maximal 60 Euro pro Tag abheben. Über die Studie berichtet unter anderem der britische "Independent".

Seither bröckelt die Mehrheit aber. In einer Umfrage, die am Dienstagabend erhoben wurde, sprachen sich nur noch 46 Prozent gegen die Reformen aus - und 37 Prozent dafür. Vor den Bankenkontrollen waren es nur 30 Prozent.

Tsipras hätte sich katastrophal verzockt, wenn sich die Griechen mehrheitlich für Reformen aussprechen würden. Ein solcher Ausgang wäre ein klares Votum gegen Tsipras' Regierung. Sie müsste zurücktreten - oder fortan Politik ohne Verbündete machen.

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