POLITIK
01/07/2015 14:28 CEST

Schweizer wollen, dass Raucher und Pilstrinker demnächst für ihre Arzt-Behandlung selbst zahlen

Getty Images

In der Schweiz sorgt eine neue Umfrage für Aufsehen: Knapp zwei Drittel der Bürger sind laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts GFS Bern dafür, dass Krankenkassen künftig Präventionsmaßnahmen finanziell unterstützen. Das meldet die Zeitung „Blick“.

Vereinfach gesagt heißt das: Raucher bekommen finanzielle Unterstützung bei Entwöhnungsmaßnahmen. Und Menschen mit Übergewicht erhalten Zuschüsse für Fitnesskurse.

Wer dagegen nach langjährigem Tabakkonsum an Lungenkrebs erkrankt, könnte nach dem Willen vieler Schweizer schon bald zur Kasse gebeten werden. Nur noch 42 Prozent der Befragten sind dafür, dass Behandlungen von Folgeerkrankungen für Rauchen und Alkoholkonsumenten aus Gemeinschaftsmitteln bezahlt werden.

"Raucher, Alkoholkranke oder Übergewichtige kommen wieder stärker unter moralischen Druck, ihre individuelle Verantwortung wahrzunehmen", sagt Claude Lonchamp von GFS Bern dem "Blick".

Forderung wurde auch in Deutschland schon erhoben

In Deutschland hatte der Vorsitzende der Senioren Union, Leonhard Kuckart, im Jahr 2011 eine ähnliche Forderung erhoben. "Die Krankenkassen sollten schon während des Arbeitslebens mit mehr Nachdruck als bisher eine verantwortungsbewusste Lebensweise fördern und honorieren", sagt er er damals der "Welt".

Die Forderung blieb jedoch ohne Folgen. Wohl auch, weil sich dadurch Millionen von Deutschen "bewertet" und für "minderwertig befunden" gefühlt hätten, heißt es in Berlin. Das Thema gilt deswegen als klassische Sommerlochdebatte ohne Aussicht auf Umsetzung.

Die Huffington Post hatte für das Thema Maria Michalk angefragt, die kommissarische gesundheitspolitische Sprecherin der Unionsfraktion im Bundestag. Die sächsische CDU-Politikern war jedoch bis Mittwochabend nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

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