POLITIK
01/07/2015 06:24 CEST | Aktualisiert 01/07/2015 08:56 CEST

Attentat in Tunesien: Darum blieb der Killer unbemerkt

Getty

Am vergangenen Freitag erreichte der IS-Terrorismus zum zweiten Mal Deutschland. Schon im März kamen bei einem Anschlag auf ein Museum in Tunis Deutsche ums Leben. Nun waren mindestens zwei Deutsche unter den Opfern. Der Attentäter am Strand war der 23-jährige Seifeddine Rezgui. Jetzt zeigt sich: Rezgui trainierte mit den Killern, die den Anschlag auf das Museum durchführten.

Das geht aus einer Rekonstruktion der Tat hervor, über die die britische Tageszeitung "The Independent" berichtet. Ein Reporter der Zeitung hat die letzten Monate vor dem Attentat rekonstruiert. Demnach machte der Attentäter kurz vor seinem Massaker noch ein kurzen Telefonanruf. Danach holte er die Kalaschnikow heraus, die in einem Sonnenschirm versteckt war, und feuerte auf die Strandbesucher. In den kommenden 47 Minuten tötete er 38 Menschen.

Das Beängstigende daran: Der Attentäter schaffte es über Monate, sich unentdeckt von Behörden auf das Attentat vorzubereiten. So bereiste er Anfang des Jahres Libyen mit den Terroristen, die später den Anschlag auf das Bardo-Museum durchführten. Eine zweite Reise, bei der er militärisches Training erhielt, folgte im März. Außerdem besuchten radikale Salafisten den Studenten regelmäßig in seiner Wohnung. Laut Polizeiangaben wussten die Gesetzeshüter beinahe "gar nichts" über den Attentäter.

Das bedeutet im Umkehrschluss, dass wohl auch zukünftige Attentäter derzeit unbemerkt ihr Unwesen treiben. Bisher rät das Auswärtige Amt noch nicht von Reisen nach Tunesien ab. Touristen sollten es sich aber derzeit gut überlegen, ob sie in das Land fahren. Denn gegen das Netzwerk, so schreibt der Independent, waren bisher keine Polizeiermittlungen erfolgreich.

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