POLITIK
23/06/2015 09:01 CEST | Aktualisiert 23/06/2015 10:23 CEST

Lokalzeitung blamiert sich mit einer eher unglücklichen Bildunterschrift

Screenshot Facebook

Man sollte ja meinen, dass widerliche Schokoladen-Wortspiele in Bezug auf dunkelhäutige Menschen ein Relikt aus finsteren Kolonialzeiten sind.

Beim niedersächsischen Lokalblatt "Wolfenbütteler Schaufenster" sieht man das offenbar nicht ganz so eng. Im Netz kursiert derzeit ein Foto aus der Ausgabe vom 14. Juni (hier geht's zur PDF-Version), auf dem eine dunkelhäutige Verkäuferin eines Praliné- und Schokoladengeschäfts in Belgien zu sehen ist.

"Es ist keine Frau aus Schokolade"

Und damit die Leser sich bloß nicht in die Irre führen lassen, hat sich der Autor dazu entschieden, eine kurze Aufklärung in Sachen Farbenlehre in die Bildunterschrift einzufügen. "Es ist keine Frau aus Schokolade, sondern die Verkäuferin (...)" heißt es darin.

Heute aus der Rubrik "Bildzeilen aus der Hölle". - Dank an Jessica Kurrasch.

Posted by Perlen des Lokaljournalismus on Montag, 22. Juni 2015

Das Foto, das unter anderem in der Facebookgruppe "Perlen des Lokaljournalismus" veröffentlicht wurde, sorgt im Netz für Empörung - und Spott.

"Und die andere Frau ist dann auch nicht aus weißer Schokolade?"

So kommentiert ein Facebook-User in Bezug auf die Frau, die neben der Verkäuferin steht: "Es ist keine Frau aus Mettwurst (rechts), sondern die Konsumentin von köstlichen Pralinès und Schokolandenkonfekt (oben - viel davon probiert)." Ein anderer schreibt hämisch: "Und die andere Frau ist dann auch nicht aus weißer Schokolade?"

Das Foto ist Teil eines Reiseberichts. 29 offenbar geschichtsinteressierte Niedersachsen waren vor einigen Wochen nach Belgien gefahren, um dort in Waterloo bei der Wiedereröffnung des restaurierten Ehrenmals "Braunschweiger Löwe" (Herzog Friedrich Wilhelm) dabei zu sein, heißt es im Text. Dabei haben sie offenbar auch einen Stopp in einem Praliné-Geschäft gemacht.

Eine Anfrage der HuffPost ließ die Redaktion des "Wolfenbütteler Schaufensters" bislang unbeantwortet.

Hier geht es zurück zur Startseite

Lesen Sie auch:

"Schockierende Zahlen im UNHCR-Bericht": 60 Millionen Flüchtlinge weltweit: Woher sie kommen - wohin sie gehen