WIRTSCHAFT
16/06/2015 07:42 CEST | Aktualisiert 16/06/2015 14:50 CEST

Als ein Fleisch-Liebhaber diese Bilder aus dem Stall eines Edeka-Zulieferers sieht, ist er fassungslos

Als ein Fleisch-Liebhaber diese Bilder aus dem Stall eines Edeka-Zulieferers sieht, ist er fassungslos
dpa
Als ein Fleisch-Liebhaber diese Bilder aus dem Stall eines Edeka-Zulieferers sieht, ist er fassungslos

Der Comedian Jürgen von der Lippe saß bei „Hart aber fair“ und redete viele Minuten darüber, dass er Fleisch liebt und dass er die Unterschiede zwischen guten und schlechten Fleisch herausschmecke.

Aber als der selbsterklärte Fleisch-Liebhaber die Bilder aus dem Stall eines Tiermast-Betriebes sieht, der für einen Edeka-eigenen Wurstbetrieb das Fleisch liefert, muss er schwer schlucken. Von der Lippe schaut betreten in die Kamera.

Die Bilder stammen aus dem Lebensmittel-Check von Promi-Koch Tim Mälzer, die in der Sendung eingespielt werden.

Mälzer schaut sich in seiner Doku auf dem Betrieb um, der 2000 Schweine hat und als ein guter Betrieb gilt.

Auch Mälzer schaut merkwürdig, als er sieht, wie die Schweine zwei Mal im Jahr für jeweils vier Wochen in einem Eisengestell fixiert werden. Gerechtfertigt wird das mit dem Tierschutz. Damit die Sau sich nicht „plumpsen“ lässt, damit nicht „ganz viele“ Ferkel erdrückt werden, verteidigt Schweinemäster Niels Schilling die Eisenstangen-Fixierung, die an eine perfide Vorrichtung aus der Horror-Reihe „Saw“ erinnert. Auch in anderen Ställen wird man diese Bilder machen können. Es ist also kein Edeka-Zuliefer-Problem. Was es nicht besser macht.

ard screenshot

Jedes Schwein habe nur 0,6 Quadratmeter Platz – mehr Platz sei eine Lösung, gibt Schilling ehrlich zu. Und weniger Preisdruck. 1,60 Euro pro Kilo Schlachtgewicht – bei diesen Preisen sei eine andere Tierhaltung nicht möglich.

Als Jürgen von der Lippe die Bilder sieht, ist er sprachlos. Dann sagt er: „Ich finde (...) normalerweise müssten die Tierschutzgesetze da greifen.“ Seine Forderung: Der Bundestag soll sich „Stallungen“ angucken, der Gesetzgeber sei gefragt.

Es ist nicht die erste Forderung, die in diese Richtung geht. "Man fixiert die Tiere im Kastenstand ausschließlich deshalb, um (...) Befruchtung und Trächtigkeitsuntersuchungen möglichst einfach und damit kosteneffizient durchführen zu können", kritisieren die Tierrechtsaktivisten von "Animal Rights Watch". Sie sprechen von einer "gesetzlich legitimierten Fixierung". Passiert ist bislang wenig.

Im März dieses Jahres hat der Wissenschaftliche Beirat des Bundesernährungsministeriums ein Gutachten vorgelegt, das der Nutztierhaltung gravierende Defizite in Sachen Tier- und Umweltschutz bescheinigt.

Den Rat der Wissenschaftler hat die Politik dankend angenommen. Als Diskussionsgrundlage für Agrarpolitiker und Fachausschüssen im Bundestag, wie der Parlamentarischer Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Max Straubinger, betont. Mehr ist bislang nicht dabei herausgekommen.

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