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11/06/2015 17:25 CEST | Aktualisiert 12/06/2015 09:14 CEST

Auf dieser schwimmenden Solarfarm könnten bald 8000 Tonnen Gemüse im Jahr wachsen

Es ist ein Horror-Szenario, das erfinderisch macht. Der Menschheit droht, das Essen auszugehen. Bis 2050 sollen neun Milliarden Menschen auf dem Planeten leben - und 70 Prozent mehr Lebensmittel benötigen als wir jetzt produzieren. Bis dahin muss sich die Nahrungsindustrie was einfallen lassen.

Neue Art Gemüse anzubauen

Eine radikale aber sehr plausible Idee kommt von dem spanischen Architekturbüro Forward Thinking Architecture. Die Architekten aus Barcelona dachten sich: Wenn auf dem Festland zu wenig Platz ist, warum verlagern wir die Produktion dann nicht einfach auf's Wasser? Ozeane gibt es bekanntlich genug.

Ihr Vorschlag: mit Solarenergie betriebene schwimmende Farmen vor den Küsten großer Städte, über die Metropolen mit Essen versorgt werden. Dort soll Gemüse wachsen, und zwar nach der Vertical-Farming-Methode.

Der Entwurf der schwimmenden Farm. Credit: Forward Thinking Architecture

Die solarbetriebene Farm von oben. Credit: Forward Thinking Architecture

Diese Technologie arbeitet mit einer Art Gewächshaus, das nicht in die Breite, sondern in die Höhe geht. Das spart enorm viel Platz in Form von Ackerland. In den Gewächshäusern werden Pflanzkästen übereinander geschichtet. Dem Wasser werden Nährstoffe zugegeben, die den Pflanzen sonst fehlen würden, weil sie diese nicht über den Boden ziehen können.

Javier Ponce von Forward Thinking sagte der Huffington Post Kanada, dass eine solche schwimmende Farm ein Weg sei, Küstenstädte auf nachhaltige Weise zu versorgen. Auch Fische könnten von dort aus gezüchtet und gefangen werden.

“Ich halte ein solches Projekt für sehr wichtig, da es neue Möglichkeiten aufzeigt und die Menschen überdenken lässt, wie die Dinge bisher gelaufen sind”, schrieb er in einer Email.

Wie die Dinge bisher gelaufen sind, damit meint Ponce vor allem Probleme, die sich durch den bisherige Landwirtschaft und Verteilung ergibt. Lebensmittel müssen oft lange Transportwege zurücklegen, bis sie dort ankommen, wo sie konsumiert werden. Das schadet nicht nur der Umwelt, sondern ist auch äußerst unökonomisch.

Wenn ein Großteil des Essens von Farmen in unmittelbarer Nähe der urbanen Räume kommt, lässt sich dieser ineffiziente Zustand zumindest abschwächen.

So sieht die Technologie des Vertical Farmings aus. Credit: Forward Thinking Architecture

Auf der Homepage des Architekturbüros sind bereits detaillierte Pläne zu dem Projekt zu finden. Darin heißt es, die schwimmende Farm könnte im Jahr schätzungsweise acht Tonnen Gemüse und 1,7 Tonnen Fisch abwerfen - auf einer Fläche von 200 mal 350 Metern.

“Ich glaube, dass wir alle damit beginnen müssen, Wege zu erkunden, wie wir uns selbst versorgen können. Das beinhaltet lokale Lebensmittelproduktion. Nur so können wir sorglos in die Zukunft blicken”, sagte Ponce der HuffPost Kanada.

Und auf ihrer Homepage schreiben die Architekten: “Das ist keine Science Fiction. Und es geht auch nicht darum, den Hunger auf der Welt auf einen Schlag verschwinden zu lassen.” Es könne auch keine Lösung sein, die Nahrungsversorgung künftig nur noch so zu organisieren.

Unabhängig von Anbaugebieten in anderen Teilen der Welt

Traditionelle Landwirtschaft müsse es natürlich weiter geben. Doch die schwimmenden Farmen könnten das Risiko der Lebensmittelknappheit zumindest verringern und die Abhängigkeit von Anbaugebieten in anderen Teilen der Welt schmälern.

Im ersten Schritt sieht das Projekt einen Fokus auf die Fischaufzucht vor. Funktionieren soll das mit einer Entsalzungsanlage, damit das Wasser des Ozeans verwendet werden kann und trotzdem Süßwasserfische darin gezüchtet werden können.

Fischaufzucht in der schwimmenden Farm. Credit: Forward Thinking Architecture

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