POLITIK
02/06/2015 07:33 CEST

AfD-Chef Lucke schließt Rückzug nicht mehr aus

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AfD-Chef Lucke schließt Rückzug nicht mehr aus

In der AfD wird es immer chaotischer. Eigentlich sollten Delegierte auf dem Parteitag in zwei Wochen den Machtkampf zwischen Bernd Lucke und Frauke Petry entscheiden. Doch der wurde nun verschoben.

Lucke erhält damit eine Atempause. Er hatte die Vorstandswahlen zu einer Richtungsentscheidung erklärt - und schließt sogar einen Rückzug nicht mehr aus.

Im Interview mit dem ZDF-Magazin "Frontal 21" betont Lucke, dass er für sich in der Partei nur noch eine Zukunft sehe, wenn sich die AfD klar von rechts-nationalen Strömungen abgrenze.

"Ich habe mich massiv dafür eingesetzt, dass wir eine ganz klare Abgrenzung hin zum rechten Rand haben. Und meine politische Zukunft sehe ich in der AfD, solange die AfD genau diese Politik verfolgt. Ich kann Ihnen versichern, dass ich mein Gesicht und meinen Namen für die AfD nur solange hergebe, wie die AfD eine Politik macht, die ich inhaltlich vertreten kann."

Der Richtungsstreit in der AfD droht, die Partei zu zerreißen.

Während Lucke mit seinem "Weckruf 2015" versucht, Getreue um sich zu scharen, gerät er immer weiter ins Abseits. Luckes Abgrenzung gegen rechte Kräfte, die er lange toleriert hat, kommt zu spät.

Gegenspielerin Petry spricht Lucke hingegen die Fähigkeit zur Führung der Partei ab:

"Ich glaube, dass ihr die notwendige politische Standfestigkeit fehlt, gerade gegenüber dem problematischen Rand der Partei. Wer versucht, die Partei über ein Instrument wie den Weckruf zu zerreißen, der setzt ein Signal, das der AfD nicht guttut."

Derweil eskaliert der Streit über die Ausrichtung der AfD quer durch die Partei.

Der Hamburger Landesvorsitzende, Jörn Kurse, machte am vergangenen Samstag in Hamburg seinem Ärger über die Personalquerelen Luft. Dabei griff er die Vorsitzenden aus Thüringen, Björn Höcke, Nordrhein-Westfalen, Marcus Pretzell, und Sachsen, Frauke Petry, scharf an:

"Ein wesentlicher Teil des Problems liegt in persönlichen Dingen: Björn Höcke kennt den Unterschied zwischen AfD und NPD nicht. Die zweite Person ist Pretzell, eine extrem unseriöse Person, den ich als Lügner und Betrüger bezeichnen würde.“ Und Frauke Petry mache immer ein nettes Gesicht. "Aber die meisten in dieser Partei wissen nicht, dass sie extrem intrigant ist und dass sie (…) hinter den Kulissen derartig übel gewirtschaftet hat, dass es peinlich ist.“

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Video: Fünf peinliche Pannen des neuen Spalt-Vereins von AfD-Chef Lucke