VIDEO
03/06/2015 00:46 CEST | Aktualisiert 03/06/2015 05:38 CEST

Joseph Blatter ist zurückgetreten - doch wer wird ihm folgen?

Joseph Blatters Stuhl ist leer - wer wird ihm folgen?
Getty
Joseph Blatters Stuhl ist leer - wer wird ihm folgen?

Überraschend ist FIFA-Präsident Joseph Blatter von seinem Posten zurückgetreten - der Grund scheint zu sein, dass das US-amerikanische FBI gegen ihn ermittelt. Gleich nach der Ankündigung begannen die Spekulationen um den möglichen Nachfolger begonnen.

Wie geht es jetzt weiter? Vorerst wird Blatter im Amt bleiben. Der Kongress für die Wahl eines Präsidenten soll voraussichtlich zwischen Dezember diesen Jahres und März 2016 stattfinden.

Schon am Dienstagabend äußerten sich die ersten potenziellen Kandidaten - das Feld reicht von aktuellen Top-Funktionären, früheren Herausforderern des scheidenden Schweizers bis zu einer deutschen Lichtgestalt.

Der Hass-Gegner: Michel Platini

platini

Michel Platini im Mai 2015

Ein offensichtlicher Kandidat ist Michel Platini, der Chef des mächtigsten FIFA-Verbandes, der europäischen UEFA. Bisher hatte er eine Herausforderung Blatters stets vermieden. "Es ist noch nicht an der Zeit etwas anderes zu tun", sagte Platini vor zehn Monaten, als er seinen Verzicht auf eine FIFA-Bewerbung erklärte. Während des FIFA-Skandals der letzten Woche forderte er einen Rücktritt Blatters und drohte sogar mit einem Boykott. Doch eine weltweite Unterstützung für Platini erscheint zumindest zum derzeitigen Zeitpunkt fraglich - noch immer hat Blatter viele Fans in der FIFA.

Der Herausforderer: Ali in Al-Hussein

ali in alhussein

Ali in Al-Hussein auf der Soccerex-Messe im Mai 2015

Der gegen Blatter unterlegene Prinz Ali in Al-Hussein erklärte schon am Dienstagabend, dass er sich eine Kandidatur offen halte. Am Freitag hatte er mit 73:133 Stimmen gegen Blatter verloren. Pikant würde die Situation, wenn sowohl der von Europa unterstützte Jordanier als auch Platini antreten sollten.

Der Saubermann: Michael van Praag

michael van praag

Der holländische Fußball-Verbandschef Michael van Praag

Auch der holländische Verbandschef wollte gegen Blatter antreten - er zog seine Kandidatur aber zugunsten von Al-Hussein zurück. Auch er ist ein alter Blatter-Feind: Schon vor dem Fifa-Kongress 2014 in Sao Paulo hatte er den Schweizer zum Rückzug aufgefordert. Wäre chancenlos, sollte Platini kandidieren.

Blatters Stellvertreter: Issa Hayatou

issa hayatou

CAF-Präsident Issa Hayatou

Wäre der Schweizer sofort zurückgetreten, hätte Issa Hayatou als längster sich im Amt befindender Vizepräsident die Geschäfte übernommen: Alles andere als ein Neuanfang. Der 68-jährige CAF-Präsident aus Kamerun sitzt seit 1990 in der FIFA-Exekutive und stand schon mehrfach unter Korruptionsverdacht, den er stets zurückwies. 2011 kam er mit einer Rüge des Internationalen Olympischen Komitees für den Erhalt von 20.000 US-Dollar vom früheren Marketingpartner ISL davon.

Der Strippenzieher: Ahmad Al-Fahad Al-Sabah

ahmad alfahad alsabah

Ahmad al Fahad Al Sabah auf einem Kongress der Asian Football Confederation (AFC) im April

Er gilt als einer der großen Strippenzieher in der Sport-Welt:Er war früher Propagandaminister von Kuwait und ist schon seit langem Mitglied im Olympischen Komitee. Erst beim Kongress am vergangenen Freitag wurde Ahmad al Fahad Al Sabah ins FIFA-Exko gewählt. Am Vorabend der Wahl zeigten Fotos den höchst einflussreichen Sportfunktionär an der Seite von Platini - al Sabah weiß, wie man Mehrheiten beschafft. Schon Thomas Bach profitierte bei der Wahl zum IOC-Präsidenten von seinen Diensten.

Der Kaiser: Franz Beckenbauer

beckenbauer

Franz Beckenbauer genießt in der Fußball-Welt hohes Ansehen

Seine Popularität nutzte Franz Beckenbauer bereits, um die WM 2006 nach Deutschland zu holen - auf ihn als Präsidenten könnte sich die Fußball-Welt sicher einigen. Als Exko-Mitglied war er allerdings bei der skandalumwitterten WM-Vergabe an Russland 2018 und Katar 2022 im Dezember 2010 beteiligt und sieht sich noch mit Ermittlungen der FIFA-Ethikkommission konfrontiert. Der Kaiser genießt in der Fußball-Welt hohes Ansehen. Doch erst am Samstag schloss er in einem Interview mit der "Bild" eine Rückkehr in die Fifa aus.

Hier geht es zurück zur Startseite

Video:Thomas Kistner im Interview: Fifa-Experte: "... und dann gibt es für Sepp Blatter kein Halten mehr“