WIRTSCHAFT
02/06/2015 10:30 CEST | Aktualisiert 02/06/2015 10:32 CEST

Griechenlands Gläubiger haben sich auf Kompromiss geeinigt

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Griechenlands Gläubiger haben sich offenbar auf einen Kompromiss geeinigt

Die neueste Meldung im gefühlt unendlichen Hickhack um Griechenlands Finanzen klingt erstmal zum Gähnen. Was soll man schon davon halten, wenn jemand sagt, er denke dass man eine Einigung erzielt habe. Wenn Menschen, die in Diplomatie geschult sind, kundtun, dass man "mit einer Stimme" spreche.

Tatsächlich aber ist sie spannend, weil offenbar etwas erreicht worden ist, was nicht ganz alltäglich ist: Griechenlands Geldgeber sind sich einig. Das jedenfalls sagte eine Sprecherin der EU-Kommission am Dienstag in Brüssel und zitiert die "Welt" aus Verhandlungskreisen.

Die „Financial Times“ hatte ebenfalls berichtet, dass sich die Gläubiger auf ein gemeinsames Papier einigen wollten. Das Blatt berichtete, dass möglicherweise an diesem Dienstag bereits eine gemeinsame Position an die griechische Regierung übermittelt werde.

IWF offenbar im Boot: Zuvor hatte es immer wieder Berichte gegeben, dass insbesondere der Internationale Währungsfonds (IWF) eine härtere Linie gegenüber Athen fahre. So strebte der Weltwährungsfonds dem Vernehmen nach bisher einen höheren Primärüberschuss (Budgetüberschuss ohne Zinszahlungen für Staatsschulden) an.

Die Kommissionssprecherin sagte mit Blick auf Vorschlagspapiere, es würden eine Menge Dokumente ausgetauscht, das sei ein gutes Zeichen. Auch nach dem Spitzentreffen in Berlin bleibe es dabei, dass die Entscheidung für die Auszahlung neuer Milliardenhilfen an das pleitebedrohte Land bei der Eurogruppe liege. Dort versammeln sich die 19 Finanzminister der Euroländer.

Es geht um das Schicksal des Landes und um ganz viel Geld: Es stehen noch 7,2 Milliarden Euro blockierte Hilfen für Athen bereit; ohne eine verbindliche Einigung auf ein Reformpaket können sie nicht fließen.

Zuvor war bekannt geworden, dass Tsipras am Montagabend einen umfassenden Athener Reform-Plan vorgelegt haben soll. 47 Seiten lang soll er sein. Details sind bisher nicht durchgesickert.

Die spannende Frage, die darüber entscheidet, ob das Griechenland-Drama gelöst werden kann, ist nun: Wie stark stimmen die Gläubiger-Vorschläge mit den Zugeständnissen von Tsipras überein?

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