NACHRICHTEN
02/06/2015 02:57 CEST

FIFA-Fahnder, Tsipras unter Druck und frustrierte NSA-Spione: Das müssen Sie heute Morgen wissen

Eine Demonstration von NSA-Gegnern
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Eine Demonstration von NSA-Gegnern

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

was muss man an diesem Dienstag wissen? Hier unser Nachrichtenüberblick.

Für Blatter kommen die Einschläge näher


Die "New York Times" meldet, dass die US-Ermittler einen der engsten Vertrauten von Joseph Blatter ins Visier nehmen: Der FIFA-Zweite Jerome Valcke soll eine Schmiergeldzahlung von 10 Millionen US-Dollar in Auftrag gegeben haben. Dabei beruft sich die "Times" auf einen anonymen US-Beamten.

Was bedeutet das? Bisher hatte Blatter behauptet, dass die Korruption in der FIFA von "Einzelnen" ausging - und er von allem nichts wusste. Wenn seine rechte Hand Schmiergelder gezahlt haben soll, wirkt diese Verteidigung ziemlich unglaubwürdig.

Wie geht es jetzt weiter? Bisher gibt es weder ein offizielles Statement der US-Fahnder noch eine Anklage oder einen Haftbefehl gegen Valcke. Wenn es dazu kommen sollte, könnte er gezwungen sein, Blatter zu belasten. Und dann könnte es doch noch eng werden für Teflon-Sepp.

Geldgeber machen Athen "letztes Angebot"


In der Nacht fand in Berlin eine Krisensitzung statt, auf welcher der Internationale Währungsfonds, die EZB und die EU-Kommission einen Kompromiss aushandeln wollten, der der griechischen Regierung vorgelegt werden könnte. Überraschend der dramatische Tonfall: Ein Sprecher bezeichnete es als "allerletztes Angebot" an Athen.

Und was kam dabei raus? Nichts. Kein Ergebnis. Stattdessen wolle man weiter "intensive Gespräche" führen.

Und wo war Alexis Tsipras? Der war nicht dabei - er saß in Athen neben dem Telefon und wartet, dass man ihm das "letzte Angebot" unterbreiten würde. Das leider nie kam.

Passiert ist also nichts. Warum ist das trotzdem wichtig? An diesem Freitag wird eine Zahlung Griechenlands an den IWF fällig. Es sieht nicht so aus, als könnte das Land diese leisten. Sollten sich die Griechen und die Geldgeber sich nicht einigen, könnte dies zu einem Zahlungsausfall führen - dem offiziellen Staatsbankrott.

NSA bekommt ihre Überwachungsserver nicht zum Laufen


Verkehrte Welt: Im so auf seine Privatsphäre bedachten Deutschland wurde gerade das Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung verabschiedet. Kurz Zeit später schalten die Überwachungs-geilen Amerikaner ihre Server zur Datenspeicherung ab.

Der Grund: Die Vorratsdatenspeicherung in den USA hat ein Verfallsdatum. Das Gesetz, das sie ermöglicht, muss regelmäßig erneuert werden. Diesmal konnte der US-Senat sich nicht auf eine Verlängerung einigen. Es wird eine Reform gefordert: Die Daten sollen in Zukunft bei den privaten Telefonbetreibern liegen, nicht auf Servern der Geheimdienste. Zugriff auf die Daten wäre nur noch mit richterlichem Beschluss möglich.

Wie geht’s jetzt weiter? Heute soll der Senat erneut zu einer Abstimmung zusammentreten. Der republikanische Mehrheitsführer Mitch McConnell kündigte am Montag eine Verfahrensabstimmung für Dienstag um 11.00 Uhr an.

Was bedeutet das für uns? Die Debatte zeigt, dass die Snowden-Enthüllungen einen Effekt auf die amerikanische Gesellschaft hatten - Überwachung wird hier jetzt stärker hinterfragt. Das könnte auch Auswirkungen auf die Debatte um die Vorratsdatenspeicherung in Deutschland haben - schließlich verweisen deren Befürworter regelmäßig auf die USA.

Kommen Sie gut in den Tag!

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