POLITIK
02/06/2015 09:41 CEST | Aktualisiert 02/06/2015 12:36 CEST

Die Demokratische Mitte Deutschlands: Eine neue Partei will ausgerechnet das schaffen, worin alle anderen versagen

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Die Demokratische Mitte Deutschlands: Eine neue Partei will ausgerechnet das schaffen, worin alle anderen versagen

Hat es das wirklich gebraucht?

Im niedersächsischen Osnabrück haben sich einige Menschen entschlossen, eine Partei zu gründen und die Bundespolitik aufzumischen. Sie nennen sich: die Demokratische Mitte Deutschlands. DMD.

Ökologisch, ökonomisch und sozial will sie sein. Vor allem aber will sie eins – etwas schaffen, worin alle anderen versagen: den Menschen wieder das Gefühl geben, dass Politik sie betrifft.

"Die Menschen sind müde, den Versprechungen der etablierten Parteien Glauben zu schenken", sagt DMD-Gründer Michael Florysiak, 68, der Huffington Post. Florysiak saß mal für die Grünen im Osnabrücker Stadtrat und bewarb sich um ein Bundestagsmandat – unterlag aber in der parteiinternen Auswahl.

Jetzt steht er für die DMD. Jetzt sagt er: "Die Parteien haben sich mit ihrer Strategie in ein Korsett gezwängt, das nur minimale Bewegung zulässt. Es ist ihnen nicht mehr möglich, dringend notwendige Reformen anzuschieben."

die webseite der dmd

Die Webseite der DMD

Und dann die Ansage: "Die Demokratische Mitte Deutschland wird mit ihrer Politik den üblen, lähmenden Zustand

verändern. Es ist Zeit, wieder aktive Politik zu betreiben. Der Wähler soll sehen, dass etwas geschieht. Von Anfang an haben wir von Entrümpeln gesprochen. Den Muff aus der Politik nehmen."

Ein guter Ansatz. Aber andere angreifen kann ja jeder. Die Frage ist, was man selbst besser macht. Die Piratenpartei startete mal, um den Menschen mehr Mitbestimmung zu ermöglichen – und kämpft nun gegen die Bedeutungslosigkeit.

Kann die DMD mehr als die Piraten?

Macht es die DMD besser? Im Parteiprogramm heißt es: "DMD-Politik folgt Utopien. Wir sehen die dringliche Notwendigkeit für tief greifende gesellschaftliche, wirtschaftliche und ökologisch orientierte Systemveränderungen gegeben."

Aber ob Utopien die Antwort auf gesellschaftliche Probleme sein werden?

michael florysiak

DMD-Gründer Florysiak

Konkrete Maßnahmen gibt es jedenfalls keine im Programm, nur vage Wünsche. Eine Steuerreform hätte die DMD gern. Mehr freien Markt. Aber auch mehr Solidarität. Mehr ökologisch orientierte Politik. Mehr gesellschaftliche Akzeptanz von Frauen.

Und Florysiak hat noch ein besonderes Versprechen für junge Wähler: "Sie können bei uns, da wir neu sind, auch noch politische Karriere machen. Die alten Parteien vererben ihre Aufstiegsmöglichkeiten immer gerne."

Gerade ist die DMD dabei, Verbände auf Kreisebene zu gründen. In Bayern, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen gibt es die Partei schon. Andere Bundesländer sollen folgen. "Wir werden jede Gelegenheit nutzen, auch im Bundestag vertreten zu sein", sagt Florysiak.

Warten wir ab, wie viele Gelegenheiten da kommen werden.

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