POLITIK
01/06/2015 04:24 CEST | Aktualisiert 01/06/2015 22:53 CEST

Vorwurf gegen Fluggesellschaft United: Diskriminierung per Cola-Dose

Tahera Ahmad ist so etwas wie eine Seelsorgerin für Muslime, verantwortet an der US-amerikanischen Northwestern University den interreligiösen Dialog, hatte im Zuge von Workshops zu religiösen Themen mit der US-Regierung zusammengearbeitet. Man darf also davon ausgehen, dass die junge Frau mit Konflikten umzugehen weiß.

Ein Vorfall am vergangenen Freitag allerdings hat ihr so zugesetzt, dass sie ihn auf Facebook postete: Sie saß, so schreibt sie, in einer Maschine der United Airlines und sei in Tränen aufgelöst, weil sie sich so erniedrigt und diskriminiert fühle.

tahera ahmad

Sie habe die Stewardess um eine Dose Diät-Cola gebeten und auch eine bekommen, geöffnet. „Aus hygienischen Gründen bat ich um eine ungeöffnete Dose.“ Doch die soll ihr verweigert worden sein. Weil sie die Dose als Waffe nutzen könne.

Der Passagier neben Ahmad soll problemlos eine ungeöffnete Dose Bier in die Hand bekommen haben. So, wie sie auf ihren diversen anderen Flügen auch immer ungeöffnete Dosen bekommen habe.

Sie habe andere Passagiere gefragt, ob sie die Diskriminierung mitbekommen hätten. Einer sagte laut Ahmad: „Du bist Muslimin, du solltest das Maul halten.“

Die Airline postete auf ihrer Webseite eine Stellungnahme. Die Flugbegleiter hätten nach einem Missverständnis in Bezug auf eine Dose Softdrink mehrere Male versucht, Frau Ahmads Getränkewunsch nachzukommen. Nach der Landung habe die Crew mit Frau Ahmad über den Vorfall gesprochen und sich entschuldigt, dass der Service nicht zu ihrer Zufriedenheit ausgefallen sei.

united

Ahmad bestätigt auf Facebook, dass man mit ihr gesprochen habe. Aber das reicht ihr nicht. Sie möchte eine schriftliche Entschuldigung. Das Statement auf der Internetseite habe sie enttäuscht, denn es habe den Kern der Sache völlig außen vor gelassen. „Es geht hier nicht um eine Dose Cola.“

Unter dem Hashtag #UnitedForTahera versichern User auf Twitter Ahmad nun ihrer Unterstützung. Oder schicken Hassbriefe. Inzwischen fürchtet Ahmad bereits, ihre Accounts könnten gehackt werden.

Außerdem wird über nicht wirklich offensichtliche Gefährlichkeit von Coladosen diskutiert. Greg Girtmann, der sich als Airline-Mitarbeiter mit 30 Jahren Erfahrung ausgibt, warnt, eine geschüttelte Dose könne wegen des Kabinendrucks explodieren. Deshalb dürften Flugbegleiter nie geschlossene Dosen servieren.

United Airlines dürfte nun Anlass haben, die Frage sehr intensiv mit dem Kabinenpersonal zu diskutieren. Denn inzwischen berichten Medien weltweit über den Vorfall.

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