POLITIK
01/06/2015 22:44 CEST | Aktualisiert 01/06/2015 23:10 CEST

"Das ist das allerletzte Angebot": Bei den Griechenland-Verhandlungen will Angela Merkel eine Entscheidung erzwingen

Alexis Tsipras und Angela Merkel auf einer EU-Konfernz in Riga im Mai 2015
Getty
Alexis Tsipras und Angela Merkel auf einer EU-Konfernz in Riga im Mai 2015

Ein nächtliches Treffen der EU-Geldgeber, bei dem über ein "allerletztes Angebot" an die griechische Regierung verhandelt werden sollte, ist in der Nacht ergebnislos zu Ende gegangen.

Das berichtet "Bild Online" unter Berufung auf einen Regierungssprecher.

Die Spitzen von Internationalem Währungsfonds (IWF), Europäischer Zentralbank (EZB) und EU-Kommission loteten am späten Montagabend in Berlin nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur ein mögliches Kompromisspaket aus, das der griechischen Regierung vorgelegt werden könnte.

"Es geht um ein allerletztes Angebot der Geldgeber"

Als erstes hatte die "Welt" über das Nachttreffen berichtet. "Es geht um ein allerletztes Angebot der Geldgeber", verlautete aus Verhandlungskreisen. Grundlage sei das bestehende Hilfsprogramm aus dem Jahr 2012, das bis Ende Juni verlängert wurde.

Es lägen nochmals alle Vorschläge auf dem Tisch. Die Zeit für eine Einigung wird immer knapper. Bereits an diesem Freitag muss Athen trotz leerer Kassen die nächste Kreditrate an den IWF zurückzahlen.

Für das Treffen reisten IWF-Chefin Christine Lagarde und EZB-Präsident Mario Draghi nach Berlin. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker sowie Frankreichs Staatschef François Hollande waren ohnehin zu Gesprächen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel ins Kanzleramt gekommen.

Mit Griechenlands Regierungschef Alexis Tsipras wird nach einem Bericht der Zeitung "Die Welt" dabei nicht verhandelt. Er sei in Athen und warte auf einen Anruf der drei Institutionen IWF, EZB und EU-Kommission. Auf Arbeitsebene gab es zuletzt in den Verhandlungen mit Athen kaum Fortschritte.

Tsipras will auf wichtige Forderungen verzichten

Zuvor hatte die "Welt" gemeldet, dass Tsipras offenbar bereit sei, einen Schritt auf die Geldgeber zuzugehen. Wie das Blatt aus dem Umfeld von Verhandlungsteilnehmern erfuhr, signalisiert Ministerpräsident Alexis Tsipras, auch über Pensionskürzungen und ein späteres Renteneintrittsalter sprechen zu wollen. Einen konkreten Vorschlag hätten die Griechen allerdings noch nicht eingereicht, hieß es.

Merkel und Hollande hatten am Sonntagabend wiederholt mit Tsipras telefoniert. Das Gespräch sei konstruktiv verlaufen, hieß es. Nach Angaben des Bundesfinanzministeriums ist kein Sondertreffen der Euro-Staaten zu Griechenland geplant, um über den Verhandlungsstand zu beraten.

Griechenland muss zum kommenden Freitag einen fälligen Kredit von 300 Millionen Euro an den Internationalen Währungsfonds (IWF) zurückzahlen. Insgesamt werden in diesem Monat fast 1,6 Milliarden Euro fällig. Für Athen stehen insgesamt noch 7,2 Milliarden Euro an Hilfen bereit; das Geld ist jedoch wegen einer fehlenden Reformliste blockiert.

Mit Material der dpa

Hier geht es zurück zur Startseite

Video: Unseriöse Forderungen aus Athen: Liebe Griechen! Bis ihr das Geld seht, seid ihr längst pleite