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01/06/2015 07:24 CEST

Tatort Münster: Darum sind Thiel und Boerne so beliebt

© WDR/Martin Valentin Menke
Tatort Münster: Darum sind Frank Thiel und Professor Boerne so beliebt.

Der "Tatort" aus Münster bricht regelmäßig die Zuschauerrekorde. So auch die aktuelle Folge "Erkläre Chimäre". Dabei haben die klamaukigen Filme kaum noch etwas mit Krimis zu tun. Aber sie haben Witz. Ist das vielleicht der Grund für den unglaublichen Erfolg, den jeder Fall von Kommissar Frank Thiel (Axel Prahl) und Prof. Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers) einfährt?

Thiel und Boerne: Was sich liebt, das neckt sich

Der Gipfel der ungleichen Freundschaft zwischen Prof. Boerne und Kommissar Thiel ist sicher die Scheinehe der beiden in der aktuellen Folge. Denn sie spiegelt auf herrlich ironische Weise die Beziehung der beiden wider. Eigentlich haben sie sich selten etwas Nettes zu sagen und doch weiß man, dass Thiel und Boerne echte Freunde sind. Denn spätestens, wenn es darauf ankommt, können sie sich hundertprozentig auf einander verlassen. So auch in "Erkläre Chimäre", als Boerne volltrunken und dennoch geistesgegenwärtig Thiel mit einem Luftröhrenschnitt das Leben rettet.

Die Kombination aus Kommissar und Gerichtsmediziner in den Hauptrollen ist ein Alleinstellungsmerkmal des Münster-Tatorts. Alle anderen Ermittler(-teams) bestehen nur aus Kommissaren. Hinzu kommt noch, dass in kaum einem anderen Tatort so viel Persönliches über das Leben der Hauptfiguren verraten wird. Thiel und Boerne sind nicht nur Kollegen, sondern auch Nachbarn und der Zuschauer bekommt immer wieder tiefe Einblicke in ihre private Beziehung.

Spaßfaktor schrullige Nebenrollen

Doch nicht nur Thiel und Boerne machen den Münster-Tatort besonders. Auch die Nebenrollen sind individuell und ungewöhnlich. Da wäre zum einen die kleinwüchsige Assistentin Boernes (Silke Haller), die von ihm mit derselben liebevollen Herablassung behandelt wird wie Thiel. Zum anderen gibt es da Thiels Vater (Claus D. Clausnitzer), der mit seinem Alt-Hippie-Dasein eine extra Portion Originalität in die Filme hinein bringt, und zu guter Letzt die Staatsanwältin (Mechthild Großmann) mit ihrem trockenen Humor und ihrer unverwechselbaren tiefen Stimme.

Außer Thiel und Boerne glänzen nur die österreichischen Kommissare Bibi Fellner (Adele Neuhauser) und Moritz Eisner (Harals Krassnitzer) mit einem derart trockenen Schlagabtausch. Der Unterschied: Der Münster-Tatort legt noch einen oben drauf. Boerne verzeiht man auch politisch unkorrekte Witze und Beleidigungen, die der Einzigartigkeit seines Charakters geschuldet sind. Thiel, der meistens Opfer der Sticheleien ist, überrascht immer wieder mit seiner Schlagfertigkeit. So auch in der aktuellen Folge, als Boerne fragt: "Haben Sie mal ein Tütchen?" Daraufhin Thiel: "Da müssen Sie meinen Vater fragen."

Der Tatort Münster hat die außergewöhnlichsten Fälle

Boerne als Zauberer ("Das ewig Böse", 2006), eine Mumie eines persischen Prinzen auf dem Dachboden ("Der Fluch der Mumie", 2010), Spinnen aus dem Regenwald in Boernes Wohnung ("Summ, Summ, Summ", 2013) und schließlich eine Scheinehe zwischen Thiel und Boerne - das sind nur einige Elemente, die die Folgen aus Münster immer wieder zu etwas Besonderem machen. Im Gegensatz zu den anderen Tatorten sind die aus Münster lustiger, individueller, einfach einen Ticken anders.

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