WIRTSCHAFT
01/06/2015 14:45 CEST | Aktualisiert 01/06/2015 15:32 CEST

Rewe to go: Rewe wagt ein Konzept, das sich bislang kein anderer deutscher Supermarkt getraut hat

Es gibt ihn genau zehn Mal in Deutschland. Bis jetzt. In Dortmund, Essen, Köln, Düsseldorf, Hagen, Bonn, Leipzig und München. Einen Rewe to go.

Wie bitte, to go und Supermarkt? Wie passt das denn zusammen? Offenbar sehr gut. Dieses Konzept hat Rewe an einzelnen Standorten in Deutschland getestet. Es muss gut angelaufen sein. Denn jetzt will Rewe diese Verkaufsstrategie auf das gesamte Bundesgebiet ausdehnen.

Im Interview mit der „Wirtschaftswoche” kündigte Chef Alain Caparros an:

„Rewe-ToGo werden wir jetzt deutschlandweit ausrollen. In den kommenden Jahren sehen wir Potenzial für 400 bis 500 solcher Märkte.”

Zum Verständnis: Damit will Rewe die Zahl solcher Unterwegs-Supermärkte um das 50-fache erhöhen.

Das ist ein Schritt, der auch als ein Frontalangriff auf Bäckereiketten wie Kamps, Bahnhofs-Discounter wie Yorma’s und Schnellimbisse wie McDonald’s und Co. gewertet werden muss.

Wofür steht Rewe to go?

a) Das Angebot

snacks

Anders als das traditionelle Supermarkt-Konzept deckt das Angebot von Rewe to go längst nicht alles ab. Sprich: Kaffee, Müsli und Obstsalat zum Frühstück. Wraps, Baguettes oder Salate für die Mittagspause. Ein bisschen Schoki für den Heißhunger zwischendurch. Und das Nötigste fürs Abendessen auf dem Heimweg von der Arbeit.

Eben alles, was man auf die Hand mitnehmen kann – ohne Einkaufswagen und Auto. Oder wie es Rewe-Chef Caparros ausdrückt: „Für den schnellen Bedarf.“

b) Die Lage

rewe to go

Während man andere Supermärkte und Discounter mit Bus, Bahn oder Auto ansteuern muss, spricht Rewe to go gezielt Passanten an. Fußgänger, die durch Einkaufspassagen schlendern. Reisende, die durch Bahnhofshallen hetzen. Genau in diesem Umfeld will sich Rewe mit seinen Verkaufskiosken ansiedeln.

Ein Ort, an dem sich ebenfalls regelmäßig viele Menschen bewegen, sind Tankstellen. Auch diesbezüglich stellte der Rewe-Chef eine Kooperation in Aussicht.

Ein Feld, auf dem Rewe außerdem angreifen will: Der Online-Markt.

Mehrere Anbieter wie das Münchner Startup Shop Wings haben den Markt erobert und in eine neue Richtung geöffnet. Sie liefern Lebensmittel bis an die Haustür. Große Supermärkte springen nach und nach auf den Zug auf. Edeka bietet inzwischen einen solchen mobilen Service an. Tengelmann ebenfalls.

Und auch Rewe hat seinen Lieferdienst mittlerweile auf 70 Städte ausgeweitet. „Wir müssen dabei sein, sonst nehmen uns andere das Geschäft ab”, betonte Chef Caparros die Wichtigkeit dieses Geschäftsfelds.

Wie zukunftsweisend das mal sein wird, verdeutlichen Prognosen der Beratungsgesellschaft EY. Deren Marktanalysten rechnen damit, dass in fünf Jahren 20 Prozent der Umsätze im Lebensmittelhandel auf das Online-Geschäft zurückgehen werden.


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