WIRTSCHAFT
01/06/2015 06:19 CEST | Aktualisiert 01/06/2015 06:38 CEST

Airline-Chef: Malaysia Airlines ist "technisch bankrott"

Airline-Chef: Malaysia Airlines ist "technisch bankrott"
dpa
Airline-Chef: Malaysia Airlines ist "technisch bankrott"

Die nach zwei Flugzeugkatastrophen angeschlagene Fluggesellschaft Malaysia Airlines ist "technisch bankrott". Das sagte der deutsche Airline-Chef Christoph Müller am Montag in Kuala Lumpur.

Müller will sich im Rahmen eines drastischen Sparkurses von 6000 Beschäftigten trennen. Alle 20.000 Mitarbeiter hätten Kündigungsschreiben erhalten, den meisten sei jedoch eine Weiterbeschäftigung beim Neustart des Unternehmens angeboten worden.

Airline-Chef: "Ich bin betrübt darüber, dass wir uns von 6000 Menschen trennen müssen"

Die Lage der Airline ist schon seit längerer Zeit dramatisch. Schon im vergangenen Jahr rechneten Luftfahrt-Experten vor, dass die Airline Tag für Tag 2,16 Millionen Dollar verliere, weil etliche Flüge nicht ausgelastet seien.

"Ich bin betrübt darüber, dass wir uns von 6000 Menschen trennen müssen", sagte Airline-Chef Müller jetzt. Demnach sollen die restlichen 14.000 Mitarbeiter innerhalb von 12 Tagen entscheiden, ob sie in dem Unternehmen bleiben wollen.

Der deutsche Chef Christoph Müller hatte Anfang 2015 das Steuer bei Malaysia Airlines übernommen. Er ist der erste nicht-malaysische Chef des Unternehmens. Müller hatte 2009 Aer Lingus übernommen und die irische Fluglinie saniert.

Zuvor war der gebürtige Wuppertaler im Tui-Vorstand und hatte hohe Posten unter anderem bei Daimler Benz Aerospace, Lufthansa und dem Logistikspezialisten DHL.

Der Ruf der Airline hatte 2014 stark gelitten. Im März 2014 verschwand Flug MH370 auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking spurlos. Im Juli 2014 stürzte Flug MH17 über der Ostukraine ab, vermutlich nach Raketenbeschuss. Insgesamt kamen 537 Menschen ums Leben.

Hier geht es zurück zur Startseite

Video: 603 Kilometer pro Stunde: Weltrekord! Zug rast fast so schnell wie ein Flugzeug durch Japan