POLITIK
01/06/2015 12:22 CEST | Aktualisiert 01/06/2015 18:44 CEST

Ex-Vize-Chef Jack Warner: "Niemand hat so viel Schande über die Fifa gebracht wie Blatter"

Jack Warner (L) president of the Confederation of Football and Joseph Blatter (R) president of the Federation Internationale de Football (FIFA) participate in a press conference, 30 November 2000, in San Jose, Costa Rica. AFP PHOTO / Teresita CHAVARRIA Jack Warner (I) presidente de la Confederacion de Futbol (ex-CONCACAF) y Joseph Blatter (D) presidente de la Federacion Internacional de Futbol (FIFA)
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Jack Warner (L) president of the Confederation of Football and Joseph Blatter (R) president of the Federation Internationale de Football (FIFA) participate in a press conference, 30 November 2000, in San Jose, Costa Rica. AFP PHOTO / Teresita CHAVARRIA Jack Warner (I) presidente de la Confederacion de Futbol (ex-CONCACAF) y Joseph Blatter (D) presidente de la Federacion Internacional de Futbol (FIFA)

Wann immer es sich bei der Fifa um Korruptionsvorwürfe dreht, ist sein Name im Spiel: Jack Warner, ehemaliger Vizepräsident des Weltfußballverbandes.

Der Mann, der auch in den aktuellen Ermittlungen wieder im Fokus steht. Und dem auch angelastet wird, rund um die WM-Vergabe 2010 an Südafrika gemauschelt zu haben.

Jener Warner hat sich durch all seine kriminellen Machenschaften bei der Fifa ins Abseits manövriert. 2014 wurde er vorübergehend suspendiert. anschließend trat er unter Druck von allen seinen Ämtern zurück. Seitdem, so scheint es, lässt Warner keine Gelegenheit aus, gegen die Fifa auszuteilen. Und ihren Präsidenten.

Im Interview mit dem „Stern” attackierte Warner den wiedergewählten Fifa-Chef Sepp Blatter mit harschen Worten:

„Kein anderer hat so viel Schande über die FIFA gebracht wie Blatter.“

Warner, der derzeit als einer von 14 Delegierten des Weltverbands der organisierten Kriminalität und Korruption beschuldigt wird, hatte bereits zuletzt beklagt, das Blatter selbst nicht als Verdächtiger geführt werde. An die Adresse des Fifa-Präsidenten sagte Warner:

„Wenn ich in seinem Alter wäre, würde ich in Rente gehen und die Führung der Fifa an einen Jüngeren übergeben.“

Blatter ist nicht der einzige Widersacher, den Warner aufs Korn nimmt. Auch die Amerikaner und die Deutschen bekommen ihr Fett weg.

Weder Deutschland und schon gar nicht Amerika habe ein Anrecht auf die WM, monierte Warner. Seine Abneigung zu Deutschland führt er nicht weiter aus. Die gegenüber Amerika erklärt sich von selbst.

Warner stammt aus Trinidad und stand jahrelang dem mittel- und nordamerikanischen Fußballverband Concacaf vor. In dieser Funktion machte er dem nordamerikanischen Kontinent immer wieder Hoffnungen auf die Austragung einer Fußball-WM - später auch als stimmberechtigter Delegierter. Er scheiterte. Zuletzt bei der Kandidatur der USA für die WM 2022, die an Katar gegeben wurde.

Warner wittert jetzt in den von den US-Behörden lancierten Ermittlungen gegen ihn eine Racheaktion - weil er ihnen die Endrunde nicht beschert habe.

Der Westen, so Warners Vorwurf, könne es nicht ertragen könne, wenn eine Fußball-WM in einem muslimischen Land und dazu auch noch arabischen Land ausgetragen werde.


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