POLITIK
01/06/2015 18:14 CEST | Aktualisiert 19/01/2016 06:11 CET

Eine Muslima wollte bei Abercrombie & Fitch arbeiten - doch ihr Kopftuch passte nicht zum Image des Unternehmens

Eine Muslima wollte bei Abercrombie & Fitch arbeiten - doch ihr Kopftuch passte nicht zum Image des Unternehmens
dpa
Eine Muslima wollte bei Abercrombie & Fitch arbeiten - doch ihr Kopftuch passte nicht zum Image des Unternehmens

Eine junge Muslima aus den USA wollte als Verkäuferin bei der Modekette Abercrombie & Fitch arbeiten - und bewarb sich auf eine freie Stelle. Doch was dann folgte, war nicht nur ein absurd langer Rechtsstreit - es war eine Erniedrigung für die junge Frau.

Das Modeunternehmen hatte 2008 eine Bewerbung der Frau als Verkäuferin abgelehnt, weil sich ihr Kopftuch nicht mit der Kleiderordnung der Marke vertrüge. Das Bürgerrechtsgesetz von 1964 verbiete es, die Frau wegen ihrer Religion zu diskriminieren, begründeten die Richter ihre Entscheidung.

Das Urteil: Abercrombie & Fitch hat ungesetzlich gehandelt

Jetzt hat die junge Muslima vom Obersten Gerichtshof der USA Recht bekommen. Das Unternehmen Abercrombie & Fitch habe ungesetzlich gehandelt, urteilte der Supreme Court am Montag in Washington.

Das Unternehmen hatte seinerzeit strenge Vorschriften für seine Mitarbeiter, deren Stil und Erscheinungsbild zum Image der Läden passen sollen. Die damals 17-Jährige hatte zunächst erfolgreich wegen Diskriminierung geklagt.

Der Schutz vor Diskriminierung sei nicht an solche Bedingungen geknüpft

Das Urteil der ersten Instanz wurde aber in der Berufung gekippt, weil die Muslimin die Kette nicht darüber informiert habe, dass sie aus religiösen Gründen eine Ausnahme vom Kopfbedeckungsverbot brauche. Der Supreme Court wies diese Begründung zurück. Der Schutz vor Diskriminierung sei nicht an solche Bedingungen geknüpft.

Bereits 2013 hatte Abercrombie & Fitch nach der Niederlage in einem anderen Hijab-Streit der Bewerberin eine Ausgleichssumme gezahlt und seine Kleidervorschriften gelockert.

Mit Material von dpa

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