POLITIK
01/06/2015 17:36 CEST | Aktualisiert 19/01/2016 06:11 CET

China provoziert USA - Sicherheitsexperte warnt vor politischer Eskalation

dpa

Der Territorialstreit im Südchinesischen Meer sorgt für zunehmende Spannungen zwischen China und den USA.

Worum geht es?

Im Südchinesischen Meer zwischen Vietnam, Malaysia und den Philippinen streiten mehrere Länder um die Hoheit über Inseln und halb im Meer versunkene Riffe. Die Region gilt als rohstoffreich. Wie Satellitenaufnahmen im April zeigten, baut China am umstrittenen Fiery Cross-Riff eine 3000 Meter lange Landebahn.

Die USA attackieren Peking scharf:

US-Verteidigungsminister Ashton Carter forderte Peking am Samstag während einer Sicherheitskonferenz in Singapur auf, sofort alle Aktivitäten wie Landaufschüttungen und Bauaktivitäten auf umstrittenen Riffen zu stoppen.

Chinas Aktivitäten seit Anfang vergangenen Jahres seien beispiellos und besorgniserregend, sagte Carter. Er warnte Peking vor einer Militarisierung der Region.

Deutschlands Reaktion auf den Konflikt war eher zurückhaltend:

"Wir haben ein Interesse auch als Deutschland im pazifisch-asiatischen Raum, dass das Seerecht eingehalten wird und dass der freie Handel möglich ist", sagte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen am Samstag. Die Hälfte des gesamten Gütertransports auf dem Seeweg gehe durch den asiatisch-pazifischen Raum. Das sei für Deutschland als Exportnation von Bedeutung.

Ein deutscher Sicherheitsexperte hat den Ernst der Lage jetzt jedoch auf den Punkt gebracht:

„Ein militärischer Konflikt zwischen China und den USA ist nicht mehr unmöglich“, sagte Michael Paul, Experte für Sicherheitspolitik am Deutschen Institut für Internationale Politik und Sicherheit, im Gespräch mit "Focus Online". Das Worst-Case-Szenario sei mit Sicherheit ein Atomkonflikt. „Dann hätten wir den Dritten Weltkrieg", sagte Paul.

Das sieht Malaysias Verteidigungsminister Hishammuddin Hussein ähnlich. Die aktuellen Ereignisse könnten „zu einem der tödlichsten Konflikte unserer Zeit, vielleicht sogar der Geschichte“ eskalieren, sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Zuletzt hatte Peking das Fiery Cross-Riff (chinesisch: Yongshu Jiao) durch Landaufschüttungen vergrößert und Fischer und Marineschiffe aus anderen Ländern auf Distanz gehalten.

Nach Satellitenbildern zu urteilen, entsteht dort eine 3000 Meter lange Landebahn für Militärjets. Auf dieses und andere Riffe und Inseln erheben auch andere Länder Ansprüche. Das Gebiet gilt als rohstoffreich.

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