POLITIK
13/05/2015 05:04 CEST | Aktualisiert 16/05/2015 07:52 CEST

12 Dinge, die nur „Die Partei" machen tut

dpa

Jetzt mal Spaß beiseite: Die Satire-Partei "Die Partei" hat bei der Wahl in Bremen gerade wohl mehr Stimmen geholt als die Piraten. Jetzt muss man sich nur noch fragen: Haben die Piraten alles falsch gemacht? Oder hat die Spaß-Truppe um den Berufsspotter und Ex-"Titanic"-Chefredakteur Martin Sonneborn alles richtig gemacht?

Schwer zu sagen. Klar ist nur, dass Sonneborns Politik-Verballhornung ankommt. Nach dem Pariser Attentat auf Mitarbeiter des Satire-Magazins "Charlie Hebdo" sagte Sonneborn: "Bei 'Titanic' könnte so etwas nicht passieren, wir haben nur sechs Redakteure'".

"Wir melken die EU wie ein kleiner südeuropäischer Staat"

Und nach seiner Wahl ins Europaparlament versprach Sonneborn, monatlich zurückzutreten, um 60 Parteimitglieder durch das EU-Parlament schleusen zu können. "Das heißt, dass jedes dieser Mitglieder einmal für 33.000 Euro im Monat sich Brüssel anschauen kann und dann zurücktritt und noch sechs Monate lang Übergangsgelder bezieht. Wir melken also die EU wie ein kleiner südeuropäischer Staat", ließ seine Partei damals wissen.

Vielleicht ist es an der Zeit, die "Partei" endlich besser kennenzulernen. Hier sind 12 Dinge, die nur Martin Sonneborns Satire-Partei fertigbringt:

1. Die Jugendorganisation der Satirepartei nennt sich Hintnerjugend und ihr offizieller Gruß ist „Hi Hintner“.

2. Im September 2013 führte Sonneborn eine neue Religion ein. Die RELIGION steht laut eigener Satzung für ewiges Leben, innerfamiliären Geschlechtsverkehr, irgendwas mit göttlicher Offenbarung und Nächstenliebe. Sie soll eine Parodie insbesondere der katholischen Kirche darstellen. Die RELIGION sieht sich als „kundenorientierte Service-Religion“, bei der jeder an beliebige Inhalte und Götter glauben darf.

3. Sie steht für alles und nichts - und das auch noch gleichzeitig! Der Name „Partei“ ist nämlich nicht nur maximal inhaltsleer. Nein, er ist auch noch ein Akronym und bedeutet: Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative.

4. Sie begeistert neue Wählergruppen, während andere nur verlieren. Die 1,9 Prozent bei der Bürgerschaftswahl 2015 in Bremen waren das beste Resultat der „Partei“ bei einer Landtagswahl.

5. Weil die "Partei" 2009 nicht zur Bundestagswahl zugelassen wurde, brachte die Bundestagsfraktion der Linkspartei im Jahr 2011 einen Gesetzesvorschlag ein, der den Rechtsschutz von Kleinparteien stärken sollte. Das Modell wurde nach dem „Partei“ – Gründer benannt: Die „Sonneborn-Regelung“.

6. Die „Partei“ ist nach Anzahl der Mitglieder betrachtet die neuntgrößte Partei Deutschlands. Nach SPD, CDU, CSU, der Linken, den Grünen, der FDP, der AfD und den Piraten. Laut Bundeszentrale für politische Bildung hatte die „Partei“ Mitte 2014 insgesamt 12.250 Mitglieder.

7. Der Mitgliedsbeitrag für die „Partei“ beträgt zehn Euro im Jahr. Und alle Mitglieder können gleichzeitig in einer weiteren Partei Mitglied sein.

8. Den größten Zuspruch bekommt die „Partei“ traditionell in Berlin. Bei der Europawahl 2014 erzielte sie hier 1,6 Prozent der Stimmen. Das gilt auch als das beste Landesergebnis der „Partei“.

9. "Die Partei" durfte 2009 nicht zur Bundestagswahl antreten, da der Bundeswahlleiter sie nicht als politische Partei anerkannte. Diese Entscheidung rief auch im Ausland starke Kritik hervor und war der Grund dafür, dass die OSZE erstmals Wahlbeobachter nach Deutschland entsandte.

10. Der Musiker Rocko Schamoni war 2005 Spitzenkandidat der Hamburger „Partei“ für die Bundestagswahl. Obwohl er sich nach der Wahl von der großen Politik abwendete, wurde sein Lied „Mauer“ 2005 zur inoffiziellen Parteihymne. Eine eigene Hymne - wie cool ist das denn?

11. Im Jahr 2014 gründete die Sartierepartei sogar einen österreichischen Ableger: die „Partei“ Österreich.

12. Die „Partei“ fordert in ihrem Programm unter anderem die Einführung der Faulenquote, die Abschaffung der Sommerzeit und den Bau einer Mauer. Thematisch ist nicht mal die CDU so breit aufgestellt.

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