WIRTSCHAFT
04/05/2015 06:39 CEST | Aktualisiert 04/05/2015 10:55 CEST

Weselsky gibt Bahn alleinige Schuld am Rekordstreik: "Bahn tut alles, um keine Ergebnisse zu erzielen"

dpa

Ab Dienstag müssen sich Bahnreisende auf den bisher längsten Streik der Lokführer im Tarifkonflikt bei der Bahn einstellen. Sechs Tage lang will die Gewerkschaft die Bahnen still stehen lassen. Es handelt sich bereits um den achten Streik im Tarifkonflikt.

Für den längsten Streik in der Geschichte der Deutschen Bahn ist aus Sicht der Lokführergewerkschaft allein die Bahn verantwortlich. "Die Eskalation verursacht die Deutsche Bahn AG", sagte der Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer, Claus Weselsky, am Montag in Berlin.

Die Gewerkschaft hatte am Donnerstag das neue Tarifangebot der Bahn zurückgewiesen und einen weiteren, langen Arbeitskampf angekündigt.

"Kunden nur ein Spielball der Interessen"

"Der Verhandlungspartner Deutsche Bahn tut alles, um keine Ergebnisse zu erzielen", sagte Weselsky in seinem Statement. Das Angebot des Unternehmens könne die Gewerkschaft so nicht annehmen. "Für die Bahn sind die Kunden nur ein Spielball der Interessen", kritisierte Weselsky.

"Immer wieder verlangt die DB gleichlautende Tarifverträge, somit die Unterwerfung der GDL unter die Tarifregelungen der Eisenbahnverkehrsgewerkschaft (EVG) und tritt damit die grundgesetzlich geschützten Rechte der GDL-Mitglieder mit Füßen", heißt es in einer Pressemitteilung der GDL.

Weselsky weist Schlichtungs-Angebot zurück

Die Bahn versuche, die schlechteren Arbeitszeit- und Einkommensbedingungen der Lokrangierführer in die Tarifverträge der GDL zu diktieren. "Damit beweist die DB eindeutig, dass in den Verhandlungen keinerlei Ergebnisse erzielt werden sollen. Vielmehr soll der Tarifabschluss bis zum Inkrafttreten des Tarifeinheitsgesetzes verschleppt werden."

Weselsky zeigte sich kämpferisch. Auch den Vorschlag des für die GDL zuständigen Dachverbandes Deutscher Beamtenbund (dbb), eine Schlichtung durchzuführen, lehnte Weselsky ab. "Wir lassen nicht über Unrecht schlichten", sagte er in seinem Pressestatement am Montag.

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