WIRTSCHAFT
04/05/2015 08:42 CEST

Dieser Mann hat einen Vorschlag zur Rettung sterbender Innenstädte. Leider ist er absurd

Gerhard Kaiser ist der Chef eines Freiburger Modehauses. In der Welt, so wie er sie sich wünscht, hat das Internet sonntags dicht.

Kaiser hat nämlich einen absurden Vorschlag zur Rettung deutscher Innenstädte. Er will die Zeit ein bisschen zurückdrehen. „Ich plädiere für ein Verkaufsverbot im Internet am Sonntag“, sagte er bei einer Podiumsdiskussion, über die die „Badische Zeitung“ berichtete.

Er argumentiert, dass der Sonntag für Internethändler der stärkste Tag sei, weil bei seinem Modeladen sonntags kein Kunde an die Scheibe klopfen könne. (Wobei, klopfen können die Kunden ja, sie kommen bloß nicht rein.)

Kaiser fragt sich, wieso im Internet erlaubt sei, was in der Innenstadt verboten ist.

„Wir haben uns immer bewegt. Wir sind innovativer und anspruchsvoller geworden. Sonst wären wir nicht da, wo wir heute sind“, schreibt Gerhard Kaiser auf der Unternehmens-Website.

Innovativ? Das ist die Idee, sonntags den Online-Kauf zu verbieten, sicher nicht.

Auch Kaufhof-Aufsichtsratschef Lovro Mandac forderte jüngst im Interview mit der Zeitschrift „Capital“ flexiblere Öffnungszeiten am Sonntag.

„Ich verstehe nicht, warum Online vom Gesetzgeber so geschützt wird. Wenn ich nicht aufmachen darf, warum dürfen dann Zalando und Amazon am Sonntag arbeiten? Ich verlange nur, dass dieser Laden hier auch aufhaben kann“, sagte Mandac.

„Wenn wir Einzelhändler rausgehen, weil das Netz uns nicht mehr erlaubt, hier zu arbeiten, dann können Sie die Innenstädte zumachen.“

Sterbende Innenstädte

Jeder fünfte Innenstadtbesucher bummelt wegen des wachsenden Online-Angebots heute seltener durch die Einkaufsstraßen als früher. Das ergab eine Umfrage unter 33.000 Kunden in 62 deutschen Städten, die das Institut für Handelsforschung Köln im Januar vorstellte. Der Kundenschwund trifft demnach große wie kleine Städte gleichermaßen.

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