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04/05/2015 14:44 CEST | Aktualisiert 04/05/2015 15:48 CEST

Studien belegen: Eine schmerzhafte Trennung macht Menschen glücklicher und stärker

Thinkstock

Was dich nicht umbringt, macht dich nur stärker. Ja, ja, ist klar. Fast jeder macht im Laufe seines Lebens einmal die Erfahrung mit Liebeskummer und fast jeder wird bestätigen: Das ist etwas, worauf man gut verzichten kann. Denn Liebeskummer schmerzt, fordert Tränen, macht krank.

Und dafür gibt es eine plausible Erklärung: Liebeskummer aktiviert dieselben Hirnareale wie physischer Schmerz. Das konnte eine Studie der Brown University belegen, in der Gehirnscans untersucht wurden.

Zudem fand die University of Amsterdam in einer Studie heraus, dass sich unser Herzschlag verlangsamt, wenn wir zurückgewiesen werden.

Mit Zurückweisung kann der Mensch nicht umgehen

Es liegt also in der Natur des Menschen, dass wir mit Liebeskummer und Zurückweisung nicht gut umgehen können.

Aber: Es liegt auch in unserer Natur, dass wir nach einiger Zeit wieder positiv denken können. Wissenschaftler der University of Minnesota haben jetzt in einer Studie herausgefunden, dass Menschen, die eine Trennung durchgemacht haben, schon kurze Zeit später wieder einen positiven Blick auf die Ereignisse werfen können.

Unter dem Titel "'Ich werde nie wieder eine Beziehung wie diese haben': Persönliches Wachstum nach dem Aus einer Beziehung", haben die beiden US-Forscher Ty Tashiro und Patricia Frazier 92 Studierende befragt, die erst kürzlich ein Beziehungs-Aus erfahren haben und verkraften mussten.

Eine weitere Studie, die im "Journal of Positive Psychology" veröffentlicht wurde, bestätigt: 11 Wochen nach einem Beziehungsende sind rund 71 Prozent der Befragten schon wieder in der Lage, positiv über ihre vorangegangene Beziehung zu denken.

Aber kann man wirklich stärker aus einer Trennung hervorgehen?

Aus Sicht der Wissenschaft, ja.

Die Forscher stellten den Studenten auch Fragen zu ihren Beziehungen und möglichen positiven oder negativen Folgen, die sie daraus für ihr Leben ziehen konnten.

Erstaunlich: Ein Großteil der Befragten berichtete tatsächlich von positiven Veränderungen nach der Beziehung. Unter anderem berichteten sie von mehr Selbstbewusstsein, mehr Unabhängigkeit und mehr Nähe zu ihren Freunden und Familien.

Die meisten Teilnehmer konnten sich etwa drei Monate nach einer Trennung mit Aussagen wie "Ich bin an der Erfahrung gewachsen", "Ich bin jetzt zielorientierter" und "Ich habe viel über mich selbst gelernt" identifizieren.

Natürlich ist eine Trennung deshalb trotzdem nicht schön. Aber es ist zumindest tröstlich, dass das Schlimmste schon nach drei Monaten vorüber ist und wir sogar gestärkt aus der vergangenen Beziehung hervorgehen.

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