POLITIK
04/05/2015 03:00 CEST | Aktualisiert 04/05/2015 04:00 CEST

Anti-Moschee-Kampagne der FPÖ: Ausländer-Aktivistin zeigt "Akt der Zivilcourage"

Getty

Die Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) versucht sich immer mal wieder durch ausländerfeindliche Parolen in Szene zu setzen. Bei ihrem neuesten Vorstoß gegen Muslime haben die Rechtspopulisten aber eine peinliche Panne verursacht.

Die FPÖ tritt offen dafür ein, den Bau von Moscheen gesetzlich verbieten zu lassen. Am liebsten in ganz Österreich. Im Bundesland Steiermark hat sie für dieses Ansinnen jetzt eine Postwurfsendung gestartet. Das berichten mehrere Medien, darunter "Der Standard".

Online-Petition mit falscher Domain

In der Postwurfsendung verweist die Partei auf eine Internetadresse – www.moscheenstopp.at. Unter diesem Link wollte die Partei um Unterstützung für ihre Online-Petition werben, die versucht, den Bau von Moscheen in Österreich zu verhindern.

Dumm nur, dass der Partei bei der Aktion ein Fauxpas passierte. Wie das Portal "Profil Online" berichtet, hat die FPÖ sich nämlich eine Domain mit einem Rechtschreibfehler sichern lassen. Nicht www.moscheenstopp.at, sondern www.moscheenstop.at.

Auf ihrem Flyer hatte die Partei allerdings für www.moscheenstopp.at geworben.

Frau wehrt sich gegen Anti-Moscheen-Kampagne der FPÖ

Noch dümmer, dass aus dieser Panne längst eine Frau Kapital geschlagen hat. Eine Frau, die grundsätzlich andere Ansichten vertritt als die FPÖ.

Die Frau heißt Claudia Unger. Sie ist Leiterin des afro-asiatischen Instituts in Graz. Unger engagiert sich für Ausländer. Dem Bericht zufolge hat sie sich als Domain-Inhaberin von www.moscheenstopp.at registrieren lassen. Die Adresse mit der richtigen Schreibweise. Und die Adresse, auf die die FPÖ in ihren öffentlichen Mitteilungen verweist.

Die Folge: Jeder Nutzer, der die fragwürdige Kampagne der Partei unterstützen wollte und die Seite aufrief, gelangte nicht etwa zu der Anti-Islam-Petition, sondern zu der Mitteilung: "Diese Domain wurde für ein Projekt reserviert."

Ein "Akt der Zivilcourage"

Es war Ungers Projekt, nicht das der FPÖ. Die Frau hatte der Partei ein Schnippchen geschlagen.

Der Aufruf zum Moscheen-Verbot sei "unerträglich", sagte Unger gegenüber Profil Online. Mit der Reservierung der Domain habe sie für einen "Akt der Zivilcourage" sorgen wollen.


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