LIFE
04/05/2015 15:10 CEST | Aktualisiert 04/05/2015 15:47 CEST

Eine kleine Erinnerung daran, dass es absolut in Ordnung ist, eine Therapie zu machen

Das Wort "Therapie" hat für viele einen unschönen Beigeschmack, das suggeriert, dass jemand sein Leben nicht ganz im Griff hätte.

Aber hier ist die Wahrheit: Es ist absolut nichts falsch daran, wenn man Hilfe will oder braucht.

”Es gibt viele Arten, stark zu werden und manchmal ist reden der beste Weg”

Photo Credit: DeltaOFF


Psychische Gesundheit ist ein weites Feld, das viele Menschen noch immer nicht verstehen (tatsächlich haben nur 25 Prozent der Menschen, die mit psychischen Erkrankungen zu kämpfen haben, das Gefühl, dass ihre Mitmenschen sie verstehen). Der Ausdruck “bipolar” wird gerne wahllos verwendet, wenn jemand sich nicht für eine Frisur entscheiden kann oder behauptet, Zwangsstörungen zu haben, nur weil er oder sie seinen Schreibtisch gerne aufgeräumt mag. Psychische Erkrankungen gelten als Zeichen, das im Kopf von jemandem etwas nicht stimmt. Etwas, das weggeht, wenn man sich “zusammenreißt”.

Diese negative und falsche Sicht auf psychische Erkrankungen ist nicht nur ein gesellschaftliches Problem. Auch hinsichtlich der Behandlung ist das so. Die Association for Psychological Science hat in Studien herausgefunden, dass das Stigma von psychischen Erkrankungen, die richtige Behandlung ist. Mit anderen Worten: Je stärker das negative Klischee weitergelebt wird, desto schwieriger ist es, dass Menschen sich die Hilfe holen, die sie wirklich brauchen. Wenn Sie wegen einem physischem Problem zum Arzt gehen, wieso sollten Sie dann nicht auch zu einem Psychiater oder Psychologen gehen, wenn Sie ein psychisches Problem haben?

Viele Menschen glauben, dass eine Therapie nur was für komplett dysfunktionale Menschen ist, aber das stimmt einfach nicht. "Die meisten Menschen, die eine Therapie beginnen, haben keine ernsthafte psychische Erkrankung. Sie haben Herausforderungen in ihrem Leben zu meistern oder befinden sich in einer schwierigen Phase der Veränderung, mit der sie nicht so einfach zurecht kommen,” schreibt die Psychologin Dana Gionta in einem Blog für "Psychology Today".

Ein weiteres häufiges Missverständnis ist, dass Sie, wenn Sie einmal zum Therapeuten gehen, für immer gehen müssen. Diese Idee verstärkt das Stigma noch zusätzlich und kann dazu führen, dass Menschen lieber gar nicht erst anfangen zur Therapie zu gehen. So sieht es Gregory Dalack von der University of Michigan.

“Manche Menschen glauben, bei einer Therapie ginge es immer nur darum, in der Vergangenheit zu stochern und zu reden und zu reden, ohne je wirklich zu Lösungen oder Lösungsansätzen zu gelangen,” erklärte Dalack gegenüber der Huffington Post. “Es gibt Therapieformen, die kein festgelegtes Ende haben. Aber andere können genauer auf einen kurzen Zeitraum angelegt sein, um bei einem konkreten Problem zu helfen.”

Manchmal sind es unsere Lebensumstände, die einiges durcheinander bringen und dazu führen, das wir Hilfe brauchen, um wieder die Kontrolle zu übernehmen. Stress im Beruf, Probleme in der Beziehung, Konflikte in der Familie - all das passiert und all das sind gute Gründe, um sich Hilfe zu suchen.

“Über die eigenen Probleme zu reden und sie laut auszusprechen, kann sehr hilfreich sein,” sagt Dalack. “Mit jemandem zu sprechen, der darin trainiert ist, Angstzustände und Depressionen zu verstehen, kann es einfach machen, negative Gedanken rationaler zu betrachten und damit umzugehen.”

Aber hören Sie nicht nur auf uns -- Hier erklären fünf Prominente, was Therapie für sie bedeutet (hat):

Promis über Therapien

Dieser Text erschien ursprünglich bei der Huffington Post USA und wurde von Franca Lavinia Meyerhöfer aus dem Englischen übersetzt und bearbeitet.

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