POLITIK
03/05/2015 04:38 CEST | Aktualisiert 03/05/2015 05:07 CEST

Verbindung zu Moskau: Nato reaktiviert Rotes Telefon für den Ernstfall

dpa

Es war der Kommunikationskanal zwischen dem Westen und der Sowjetunion während des Kalten Krieges: Das rote Telefon. Über diese Direktverbindung zum russischen Militär sollte das Schlimmste, nämlich ein Ausbruch des Dritten Weltkrieges verhindert werden.

Nun, Jahrzehnte später, sind die Spannungen zwischen Russland und dem Westen so groß wie seit dem Ende des Kalten Krieges nicht mehr. Die Nato reagiert. Auf Initiative Deutschlands hin reaktiviert sie das Rote Telefon und verfügt damit wieder über eine direkte Verbindung nach Moskau.

Dauerhafte Verbindung nach Moskau für Krisenfälle

"Die Nato und die russischen Militärbehörden unterhalten Kommunikationsverbindungen. Sowohl der Oberbefehlshaber für Europa als auch der Vorsitzende des Nato-Militärausschusses haben die Erlaubnis, sich mit ihren russischen Kollegen in Verbindung zu setzen“, bestätigte ein Sprecher der Nato der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Der russischen Seite seien in der vergangenen Woche Kontaktnummern übermittelt worden, berichtet die Zeitung und beruft sich dabei auf eine nationale Delegation. Wann das Kommunikationssystem reaktiviert wird, ist unklar. Die Nato machte dazu bisher keine Angaben.

Das Bündnis reagiert mit der Entscheidung auf eine Anregung des deutschen Außenministers Frank-Walter Steinmeier. Dieser hatte im Dezember letzten Jahres vorgeschlagen, wieder eine dauerhafte Verbindung für den Ernstfall einzurichten.

Merkel reist nach Russland, um der Kriegstoten zu gedenken

Seither haben sich die Beziehungen zwischen dem Westen und Russland zusehends verschärft. Die Sanktionen gegen Russland aufgrund der Ukraine-Krise haben Putin dazu veranlasst sein Land mehr und mehr zu isolieren.

Anders als vor zehn Jahren kommen auch kaum Staats- und Regierungschefs zu den Jubiläumsfeiern zum Kriegsende am 9. Mai nach Moskau. Bundeskanzlerin Angela Merkel versucht trotzdem, die Verbindung in Richtung Osten aufrechtzuerhalten. Sie reist einen Tag später in die russische Hauptstadt, um mit Präsident Wladimir Putin der Kriegstoten zu gedenken.

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