POLITIK
04/05/2015 00:41 CEST | Aktualisiert 21/05/2016 14:37 CEST

Einkommens-Debatte: Diese Frage brachte Jauch in Bedrängnis

Bei "Günther Jauch" ging es diesmal um Einkommensunterschiede
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Bei "Günther Jauch" ging es diesmal um Einkommensunterschiede

In diesen Tagen hat das Thema Einkommen eine besondere Aktualität: Die Lokführer streiken und auch Verdi droht mit Streiks in Kindergärten.

Irgendwie scheint sich jeder ungerecht bezahlt zu fühlen. Das wurde gestern in Günther Jauchs Sendung mit dem Titel "Deutschlands Löhne - was ist unsere Arbeit wert?" offensichtlich.

Und schon seit langen sind wir uns bewusst, dass viele Jobs, die sehr wichtig für unsere Gesellschaft sind, extrem schlecht bezahlt werden. Die Kindergärtnerin etwa. Oder die Altenpflegerin.

Einige Absurditäten wurden in der Sendung sichtbar: Ein Berliner Polizist verdient 2404 Euro - und muss seinen Dienst in dem Wissen antreten, dass sein bayerischer Kollege mehrere Hundert Euro mehr verdient, nur weil er in einem anderen Bundesland lebt.

Darüber steht ein Fußballer wie Bayern-Kicker Franck Ribéry - der soll angeblich jeden Monat eine Million Euro überwiesen bekommen.

Das waren die Gäste:

  • Gregor Gysi, Linke-Chef
  • Reiner Hoffmann, DGB-Vorsitzender
  • Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln
  • Katja Suding, FDP-Fraktionsvorsitzende in der Hamburgischen Bürgerschaft
  • Rainer Voss, ehemaliger Investmentbanker

Die Sendung riss Gregor Gysi an sich. Dem Linke-Politiker gelingt es immer wieder, in Talkshows die Sympathie der Zuschauer mit Aussagen auf seine Seite zu ziehen, denen jeder zustimmen kann: "Die Reallöhne sind gesunken“, sagte er.

"Frauenberufe sind grottenschlecht bezahlt"

Oder: "Die Unterschiede sind maßlos." Und: "Frauenberufe sind alle grottenschlecht bezahlt." Ein Problem der Sendung war, dass es keinen gab, der dem etwas entgegnen konnte oder wollte.

Da war der ehemaligen Investmentbanker Rainer Voss, der anscheinend die Gier vertreten sollte. Bei ihm war nicht so richtig klar, was ihn berechtigte, über das Thema Einkommen zu sprechen. Laut Jauch soll er mal "Millionen verdient haben".

Leider fiel er nicht als Gierhals auf, sondern sagte kluge Sätze wie: "Gerechtigkeit ist etwas, was eine Gesellschaft festlegt für sich als Rahmen." Deshalb müssten wir uns als Teile einer Gemeinschaft fragen: "Welcher Beruf ist uns wie viel wert?"

DGB-Chef Reiner Hoffmann sollte offensichtlich die Arbeitnehmerseite vertreten. Erwartbar prangert er an, dass in Deutschland viele mehr als 40 Prozent Steuern zahlen. Andere, während Unternehmen und Großverdiener nur 25 Prozent abtreten müssen.

"Mann muss extreme Ausnahmen ertragen"

Am ehesten brachte noch die FDP-Frau Katja Suding Leben in die Sendung. "In einer freien Gesellschaft, da muss man es ertragen, dass es auch extreme Ausnahmen gibt", sagte sie.

Sie wies daraufhin, dass im Zentrum der Debatte stets Banker und Top-Manager, aber nie Profi-Fußballer und "wahrscheinlich auch nicht Moderatoren im öffentlich-rechtlichen Fernsehen". Zwei Mal versucht sie den Moderator zu provozieren, in dem sie ihn darauf hinweist, dass er selbst ja eher in der Ribéry-Liga spiele.

Doch der ging nicht darauf ein. Wie viel Jauch verdient, werden wir wohl nie erfahren.

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