POLITIK
02/05/2015 14:26 CEST

US-Autor warnt vor Zusammenbruch der arabischen Welt: "Viele Staaten werden explodieren"

Promedia Verlag

Die arabische Welt steckt zur Zeit in einer dramatischen Lage. Radikale Islamisten, allen Voran der IS, besetzen Landstriche mit einer blutrünstigen Armee vor allem im Irak, Syrien und dem Libanon. Hunderte Europäer reisen in die Länder, um sich den Terroristen anzuschließen und gemeinsam gegen westliche Werte einen islamischen Staat zu errichten.

Das Grauen hat eine unfassbare Völkerwanderung ausgelöst. Aus den umkämpften Ländern strömen Zehntausende nach Europa, um sich vor den schlachtenden Terroristen in Sicherheit zu bringen. Und riskieren bei der Überfahrt ihr Leben. Alleine in diesem Jahr sind schon Tausende Menschen im Mittelmeer ertrunken.

Das ist der erst der Anfang einer dramatischen Entwicklung, warnt der US-Journalist und Autor Thomas L. Friedman in einem Interview mit der "Welt". Die Flüchtlingskrise, die wir erleben, ist erst der Anfang einer der größten Umwälzungen seit dem Zweiten Weltkrieg. Millionen Menschen wollen aus ihrer Welt des Chaos in jene der Ordnung", sagte er "Welt".

"Viele Staaten explodieren nun"

Länder wie Libyen, Syrien oder Jemen würden tief im Bürgerkrieg stecken. Die Problematik in diesen Ländern ist für Friedman ein "Post-Kalter-Krieg-System". "Durch das Wegfallen des Supermächte bestimmen heute die Gesetze des Marktes die Welt. Viele Staaten, die während des Kalten Krieges vom Geld der Supermächte profitiert haben, explodieren nun“.

In der Arabischen Welt würde sich neben dem Verlust der Grenzlinien zwischen Kommunismus und Kapitalismus auch das Fehlen einer harten Hand bemerkbar machen: „Keine Türken mehr wie im Somanischen Reich. Keine Franzosen oder Engländer. Keine Dikatatoren und Könige. Die arabische Welt wird ein Desaster sein“, sagte Friedman der "Welt".

Diese haben durch den Arabischen Frühling - also Revolutionen in Tunesien, Syrien Jemen, Ägypten - große Freiheit erlangt, die aber missbraucht wurde, so Friedman. "Die Freiheit, Werte zu teilen und Institutionen aufzubauen, wurde nicht angenommen, weil einige die Freiheit nutzen wollten, um noch islamistischer oder sektiererischer zu werden."

Friedman bezeichnete es allerdings als großen Fehler von Europa zu verlangen, nun Millionen Menschen aufzunehmen. "Die Einwanderer, die nach Amerika kamen, haben unsere Identität geteilt. Heute aber kommen Menschen mit ihrer Identität im Gepäck nach Europa".

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