POLITIK
02/05/2015 10:22 CEST | Aktualisiert 02/05/2015 10:44 CEST

Krise mit Russland? Finnland bereitet 900.000 Reservisten auf Ernstfall vor

Getty

Finnlands Militär hat einen Brief an 900.000 Reservisten gesendet, um auf eine "Krisensituation" aufmerksam zu machen.

Das berichtet „Newsweek“.

Finnland hat eine 16.000 Mann starke Armee. Bei einer Mobilisierung können aber deutlich mehr eingezogen werden, sodass die Armeestärke auf 230.000 Mann anwächst.

Laut "Newsweek" wurden auch Spots im TV geschaltet. Sie adressieren die 20 bis 60 Jahre alten Reservisten. Darin heißt es unter anderem, dass die Einberufung der "Grundstein von Finnlands Verteidigungskraft" ist.

In dem Brief werden die Reservisten außerdem gebeten, die aktualisierten Personaldaten zu senden. Der finnische Verteidigungsminister Carl Haglund widersprach Annahmen, die Kampagne habe etwas der Ukraine-Krise und einer möglichen Bedrohung von Russland zu tun. Die Frage, ob und wie der Kreml reagieren könnte, ließ er unbeantwortet.

Wie wird der Kreml reagieren?

Am Dienstag hatte die finnische Armee vor Helsinki ein verdächtiges Unterwasserobjekt entdeckt und daraufhin Warnwasserbomben geworfen. Spekulationen, dass es sich um ein russisches U-Boot handele, wurden nicht bestätigt. Der Kreml wollte den Vorfall nicht kommentieren.

Beobachtern zufolge gab es bisher keine derartige Kampagne. Für sie liegt auf der Hand, dass der Öffentlichkeit die russische Bedrohung vor Augen geführt werden solle. Allerdings nicht unbedingt, weil diese akut sei. Vielmehr solle politischer Druck aufgebaut werden, damit die Verteidigungsausgaben aufgestockt werden.

fol

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