POLITIK
01/05/2015 15:08 CEST | Aktualisiert 19/01/2016 06:45 CET

Ex-"BamS"-Vize Nicolaus Fest hetzt gegen Migranten: "Und solches Pack fordert Respekt"

Ex-"BamS"-Vize Nicolaus Fest hetzt gegen Migranten
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Ex-"BamS"-Vize Nicolaus Fest hetzt gegen Migranten

Nicolaus Fest war nicht umsonst mal stellvertretender Chefredakteur der „Bild am Sonntag“. Der Mann weiß, wie man Geschichten schreibt.

Nicolaus Fest ist allerdings auch nicht umsonst bei der "BamS" rausgeflogen. Er hatte da einen Kommentar verfasst, der selbst der wenig zimperlichen Boulevardzeitung zu offen islam- und fremdenfeindlich war.

Fest hat sich seither darauf verlegt, zu tun, was er kann und mag: Geschichten über die angebliche Gefährlichkeit von Ausländern und des Islam zu verbreiten. Er nutzt offenbar jede Plattform, die er jetzt noch kriegen kann.

Nun hat er einen neuen Blog veröffentlicht, in dem er Stimmung gegen Migranten macht. Und weil Fest sehr wohl weiß, dass Hasstiraden allein nicht reichen, mischt er schwer überprüfbare Fakten und Hasstiraden.

Erzählung von zwei offen beängstigenden Situationen

Er schildert zwei Erlebnisse, die er kürzlich in Berlin-Neukölln gemacht haben will. Einmal, so schreibt er, sei er an einer roten Ampel in höchst gefährlicher Weise von einem Wagen überholt worden. An der nächsten Ampel seien zwei Männer aus dem Wagen gesprungen und hätten drohend um ein Gespräch gebeten. Weil er weder Tür noch Fenster geöffnet habe, habe einer der Männer auf die Scheibe gespuckt und ein anderer gegen die Tür getreten.

Beim zweiten Erlebnis habe ein Wagen beim Einparken seinen eigenen "mit Wucht" touchiert. Auf seine Frage, ob man "mit mehr Rücksicht" einparken könne, habe der Fahrer ihn angepöbelt und bedroht. Bis ein anderer Mann auftauchte, der den Rowdy ebenfalls mit Gewalt und Beleidigungen zur Räson brachte.

Ein Verkehrsrowdy? Kann offenbar nur ein Ausländer sein

Für Fest steht offenbar außer Frage, dass solche Regelverstöße nur von einem Ausländer oder Migranten kommen könne. "Ungläubiges Staunen und die Wette, welcher ethnischen Gruppe der Fahrer wohl angehöre", schreibt Fest, wie er und sein Kumpel auf den Ampel-Rowdy reagierten. Er sieht sich bestätigt, als er merkt, dass offenbar einer der Männer aus den Fan-Schal eines Istanbuler Clubs dabeihat. "Und solches Pack fordert ‚Respekt’."

Und den aggressiven Parker identifiziert Fest schnell als "Levantiner", also einen Bewohner der Mittelmeerländer östlich von Italien. Der Mann, der diesen zu Boden zwingt, soll wiederum einen slawischen Akzent gehabt haben.

An dieser Stelle sei angemerkt, dass man sich gerne jederzeit über so ein Verhalten, so es denn so stattgefunden hat, empören kann und darf. Und dass Berlin-Neukölln zu jenen Gegenden zählt, in denen die Polizei kriminelle Clans beklagt, gegen die sie kaum ankommt.

Aber so, wie Fest die mutmaßlichen Fakten und Hasstiraden verquickt, ergibt das eine ebenso rassistische, ausländerfeindliche wie gefährliche Mischung. Und Fest weiß um diese Wirkung, er ist Profi.

Das nutzte er auch vor wenigen Wochen, in einem Interview mit der rechten Wochenzeitung "Junge Freiheit", dass Fremdenfeindlichkeit zur gesellschaftlichen Pflicht werde, "wenn das Fremde unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung bedroht". Und riet seinen Kindern, anderswo als in Deutschland zu leben.

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