POLITIK
22/04/2015 00:44 CEST | Aktualisiert 22/04/2015 03:46 CEST

Putin-Anhänger bringen eine "Charlie Hebdo"-Imitation heraus

Wladimir Putin und der russische Außenminister Sergej Lawrow in einem Foto aus dem Jahr 2007
Getty
Wladimir Putin und der russische Außenminister Sergej Lawrow in einem Foto aus dem Jahr 2007

Eine Gruppe von Putin-Anhängern hat gestern die erste Ausgabe einer pro-russischen Satirezeitschrift herausgebracht. Das berichtet die Nachrichtenagentur AFP.

Die Aktivisten der "Anti-Maidan Bewegung", ein Zusammenschluss aus Bikern, Kosaken und russischen Veteranen aus den Tschetschenien- und Afghanistan-Kriegen, verteilte sie gestern in einer Fußgängerzone.

Zeitschrift soll an "Charlie Hebdo" erinnern

Die Zeitschrift erinnert vom Layout her an die französische Zeitschrift "Charlie Hebdo", die nach einem Terroranschlag von Islamisten in Januar weltweite Berühmtheit erlangt hat. Auch der Titel "Scharsch i Pero" ("Karikatur und Stift"), soll Erinnerungen an das Vorbild wecken.

"Sowohl in der Ukraine als auch im Westen gibt es eine russenfeindliche Massenkampagne. Aber von unserer Seite, den Künstlern, gab es keine Antwort", sagte Michail Serebryakow, der die Titelseite entworfen hatte, zu AFP.

satire

Eine Frau liest die erste Ausgabe von "Scharsch i Pero"

Leider reicht der Humor nicht an das französische Original heran.

Eine Karikatur zeigt die Staatsoberhäupter der USA, Großbritannien, Deutschland und Kanada, wie sie ihre Augen und Münder verschließen.

"Wir im Westen haben entschieden, dass alle Aggression von Moskau ausgeht. Wir schließen unser Münder und Augen, es ist nicht unser Fehler", steht in der Bildunterschrift nach AFP-Angaben.

Macher haben selbst Angst vor ihrem Idol Putin

Eine andere zeigt Vitali Klitschko, der mit blauen Handschuhen, die EU-Symbole tragen, auf eine Lenin-Statue eindrischt.

"Lennox Lewis, warum hast Du ihm so hart auf die Birne gehauen?", steht darunter.

Das Bild des Idols der Anti-Maidan-Bewegung, Wladimir Putin, taucht in der Aufgabe nirgends auf. Der Grund: Die Macher haben Angst, dass sie Probleme mit der russischen Führung bekommen könnten.

Es ist möglich, sagte der Sprecher der Anti-Maidan-Bewegung, Waleri Saborowski - wies aber darauf hin, dass es "eine Grenze" gebe.

Das ist der Unterschied zur "Charlie Hebdo"-Redaktion: Die machte sich unerschrocken über jeden lustig - ungeachtet der Religion oder politischer Ausrichtung.

Und noch einen Unterschied zum Original gibt es: Zu der Anti-Maidan Bewegung sollen nach eigenen Angaben auch Russen zählen, die in der Ostukraine gekämpft haben.

"Charlie Hebdo" nutzt ausschließlich mit Stift und Papier - und keine Waffen.

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