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20/04/2015 13:20 CEST | Aktualisiert 23/07/2015 08:14 CEST

13 Gründe, warum Sie sofort nach Italien ziehen sollten

13 Gründe, warum Sie sofort nach Italien ziehen sollten.
Instagram/francalavinia
13 Gründe, warum Sie sofort nach Italien ziehen sollten.

Nach reiflicher Überlegung sind wir zu dem Schluss gekommen: Sie sollten alles stehen und liegen lassen und nach Italien ziehen.

Italien gehört zu den beliebtesten Urlaubsländern der Deutschen. Es ist die Heimat von so großartigen Erfindungen wie Pizza und Wein. Es ist ein atemberaubend schönes Land.

Aber Italien steckt auch bis zum Hals in der Krise. Es gibt keine Jobs, das Land wird von Flüchtlingen überschwemmt und dann ist da noch die Mafia. Das alles spricht doch wohl deutlich dagegen, in dieses Land am Abgrund zur Hölle zu ziehen. Oder?

Nein. Denn es gibt einige wirklich gute Gründe, warum das Leben in Italien ein Besseres ist.

1. Der Aperitivo

aperitivo

Hierzulande ist dieser (vor allem in Norditalien sehr verbreitete) Brauch fast völlig unbekannt und wird gerne mit einem Glas Prosecco vor der Vorspeise verwechselt. Dabei ist diese Institution viel mehr. Aperitivo beduetet: Vor dem Abendessen eine Kleinigkeit essen und dazu etwas Feines trinken.

Ein Glas Wein, Martini oder ein Bier mit ein bisschen Focaccia, gemischten Vorspeisen, Parmaschinken und Melone und ein paar Oliven. So sah ein Aperitivo noch vor einigen Jahren aus. Im letzten Jahrzehnt hat sich diese Tradition weiterentwickelt. Aus dem Aperitvo wurde der Apericena oder gar die “Happy Hour”. Aus wenigen Kleinigkeiten wurden große Buffets mit riesiger Auswahl, inklusive Pasta und Pizza. Dazu getrunken werden heutzutage auch gerne Cocktails.

2. Der caffè sospeso - Random Act of Kindness auf Italienisch

caffe sospeso

Die Popkultur würde diese neapolitanische Tradition wahrscheinlich als “Random Act of Kindness” bezeichnen. Der caffè sospeso - übersetzt heißt das soviel wie “ausgefallener Espresso”. Dahinter steckt eine kleine soziale Geste, die regional, rund um Neapel Tradition und noch heute Bestand hat.

Wer einen caffè sospeso bestellt, bekommt einen Espresso, bezahlt aber zwei. Den zweiten bezahlten Espresso bekommt dann ein Bedürftiger. Der Barista führt dazu eine Liste. Er notiert sich, wie viele caffè sospesi bestellt wurden und wenn ein Bedürftiger hereinkommt und danach fragt, bekommt er ihn - frisch gemacht, natürlich.

Diese Art der anonymen Spende ist eine Ehrensache. Kein Barista würde es wagen, einen caffè sospeso zu unterschlagen und niemand würde die Güte ausnutzen. Hier geht es um den Stolz.

3. Sardinien für das ewige Leben

dorf sardinien

Auf Sardinien gibt es so viele über 100-Jährige, wie sonst nirgendwo auf der Welt. Im Osten der Insel kommen 31 über Hundertjährige auf 100.000 Einwohner. Und das, obwohl die Lebensumstände in diesen Regionen alles andere als paradiesisch sind.

Die Familie Melis hat es sogar ins Guinness-Buch der Rekorde geschafft. Neun noch lebende Geschwister schafften es im Juni 2014 auf insgesamt 837 Jahre und sechs Tage. Damit sind sie die älteste Familie der Welt.

Als einer der Gründe für das lange Leben der Sarden gilt die Minestrone, eine reichhaltige, gesunde Gemüsesuppe, die es in ganz Italien gibt, aber gerade auf Sardinien zur Grundernährung gehört.

4. Ein Gefühl für Essen und Ernährung

essen

Apropos, Ernährung. In Italien hat das Essen bekanntermaßen einen unfassbar hohen Stellenwert. Das ganze Leben dreht sich darum. Kein Wunder, dass das Thema der Expo 2015, die in Mailand stattfindet, “Ernährung” ist. Aber das ist nicht alles. Ernährung, Genuss und Verdauung sind der Dreiklang der italienischen Küche.

In Italien spielt das Essen eine so große Rolle, dass jedem Menschen hier schon im Kindesalter ein Verständnis für die Grundbedürfnisse des menschlichen Körpers mitgegeben wird: Ernährung und natürlich Genuss. Gehetzt essen ist eine Todsünde. Essen ist Freude, gesellschaftliches Ereignis und einfach wundervoll.

Dazu gehört auch, zu wissen, was mit dem Gegessenem, Genossenem anschließend passiert. In Italien gibt es in dieser Hinsicht kaum Tabuthemen. So kommt es, dass die eigene Verdauung ein beliebtes Gesprächsthema bei Tisch ist, das für angeregte Diskussionen sorgt.

5. Gestikulieren baut Stress ab

9 lessons to learn Italian Hand gestures

A Short Lexicon of Italian Gestures

Italiener sind dafür bekannt, dass sie beim Sprechen wild mit den Händen gestikulieren. Es gibt scheinbar für jede Emotion eine passende Handbewegung. Mit einer kreativen Mischung aus Schnipsen, Klatschen und Hände in die Luft werfen, kann, nein soll in Italien jeder seinen Emotionen Ausdruck verleihen.

Ja, ein bisschen Körpereinsatz wird in einer Unterhaltung mit Italienern fast schon erwartet. In einer angeregten Diskussion kann man schon mal ins Schwitzen kommen. Das beste am wilden Gestikulieren: Sie bauen jede Menge Stress ab!

6. Die Amalfiküste

Ich habe heute das Paradies gesehen. Von ganz nah. #Positano #Sorrento #chedire

Ein von @francalavinia gepostetes Foto am


Ein Artikel über Italien, ohne Erwähnung der unglaublichen landschaftlichen Schönheit, ist nicht möglich. In diesem Fall, stellvertretend für all die fantastischen Regionen des Stiefels: Die Amalfiküste.

Man sagt, hier liegen Himmel und Hölle sehr nah beieinander. Damit kann sowohl der Vesuv gemeint sein, der als einer der gefährlichsten Vulkane der Welt die paradiesische Landschaft jederzeit zerstören könnte.

Vielleicht ist aber auch die Camorra gemeint, die in der Region herrscht. Doch langsam aber sicher zeigen sich mehr und mehr Entwicklungen, die auf eine deutliche Schwächung der Mafia hindeuten. So zum Beispiel die Geschichte von Ercolano, dem kleinen Städtchen am Fuße des Vesuvs, das es geschafft hat, sich aus dem Würgegriff der Camorra zu befreien.

7. Burrata: Das beste, was Mozzarella zu bieten hat

#burrata #mozzarella #käseistliebe #pugliese #finalmenteamilano #milano #gnamgnam #undso

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Italienische Lebensmittel sind weltberühmt. Egal, ob Chianti, Mozzarella di Bufala, Parmigiano Reggiano oder Schinken aus Parma. Es gibt aber auch großartige italienische Lebensmittel, die exportiert einfach keine Chance haben. Ganz vorne mit dabei: Die Burrata.

Das ist eine Art Mozzarella. Besonders fetter, sahniger, geschmacklich intensiver, innen flüssiger Mozzarella, aus Apulien. Selbst wenn Sie das schon mal hier bei einem italienischen Feinkosthändler gesehen oder gar gekauft haben, ist das mit einer echten Burrata kaum vergleichbar.

Eine echte Burrata überlebt die Reise über die Alpen nicht, ohne sauer zu werden und dafür zu bezahlen ist rausgeschmissenes Geld. Als echter Burrata-Junkie, weiß ich, wovon ich spreche. Glauben Sie mir.

8. Keine Angst vor Fahrraddieben - Bike-Sharing boomt

bikesharing

Italien ist überraschenderweise ziemlich vorbildlich in Sachen Bike-Sharing. Die Angebote sind vielseitig, einfach zu bedienen und übersichtlich. Das größte Angebot beim Bike-Sharing bietet Mailand mit BikeMi und rund 325 Stationen und über 4.000 Fahrrädern. Aber auch in Turin, Neapel und Rom gibt es große Bike-Sharing-Angebote, die das deutsche Pendant “Call a Bike” ziemlich alt aussehen lassen.

9. Kein Trinkgeld

trinkgeld

Trinkgeld ist eine gute Sache - für Kellner. In Italien ist das nicht nötig. Dort bezahlen Sie das “coperto”, also das Gedeck und das reicht völlig. Auch wenn Sie es gut meinen, lassen Sie es lieber bleiben und ersparen Sie sich das lästige rechnen, welcher Betrag angebracht wäre.

Es kann sogar vorkommen, dass der Betreiber eines Restaurants es eher als Beleidigung empfindet, wenn Sie seinem Kellner ein bisschen was extra zustecken. Sie suggerieren damit nämlich, dass er seinen Angestellten nicht genug Geld zahlen würde.

10. Sonnenbrillen brauchen keinen Grund

sonnenbrille

Italienern ist es egal, ob Frühling, Sommer, Herbst oder Winter. Wenn es blendet - oder vielleicht auch nur theoretisch blenden könnte -, ist eine Sonnenbrille angebracht. Und das kann auch bei Regen der Fall sein.

11. Es ist das Paradies für Serienjunkies

Das klingt jetzt vielleicht erstmal seltsam, aber Italien hat sich tatsächlich klammheimlich zum Megastar der Serienlandschaft entwickelt.

In den letzten Jahren hat Italien mit mehreren Serienproduktionen international für Aufsehen gesorgt. Vorneweg mit der Mafia-Serie “Gomorrha” und dem 90er-Jahre-Epos “1992”. Beide Serien sind mehrfach preisgekrönt, basieren auf wahren Geschichten und Systemen und sind absolut sehenswert. Von einer glaubhaften Kombination aus Realität und Fiktion können deutsche Produktionen nur träumen.

12. Merenda

merenda

Die Merenda ist ein kleiner Snack am Nachmittag. Für Kinder ist die Merenda absolut unverzichtbar. Aber auch viele Erwachsene haben diesen Brauch nie abgelegt. Sie gibt Energie und verhindert, dass der Hunger in Richtung Abendessen zu groß wird. Schließlich essen Italiener eher spät zu Abend.

13. Italo und Frecciarossa

frecciarossa

Sie können es sich vielleicht kaum vorstellen, aber es gibt in Italien ein fantastisches Angebot an Schnellzügen. Die Frecciarossa der Staatsbahn und der private Italo gehören zu den besten Schnellzügen der Welt. Warum die so genial sind? Weil diese Züge Italien extrem wegbar machen und preislich extrem fair sind. Von sehr günstig bis kostspielig mit jeder Menge Luxus und Schnickschnack.

In fünf Stunden von Turin nach Neapel, um ein Beispiel zu nennen. Zum Vergleich: Die Strecke ist so lang wie Kiel - München. Was meinen Sie, wie lange Sie da selbst mit dem ICE unterwegs … ach, lassen wir das lieber.

Und das Beste: Weil das eine ein Prestigeprojekt (Frecciarossa) und das andere eine private Firma (Italo) ist, sind diese Züge auch sehr pünktlich und von so ziemlich allen Streiks (von denen es in Italien viele gibt) ausgenommen.

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