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08/04/2015 13:01 CEST | Aktualisiert 14/04/2015 07:19 CEST

Ein 27-Jähriger besiegte den Krebs - dann entschied er, der Gesellschaft etwas zurückzugeben

Caremaker

Søren Nørgaard ist erst 27 Jahre alt und hat schon mehr durchgemacht als wohl die meisten in seinem Alter. Denn vor fünf Jahren veränderte eine Nachricht sein Leben von einem Tag auf den anderen. Die Nachricht war: er hatte Krebs. Mit 22 Jahren.

Er hatte in Rio de Janeiro gearbeitet und in Shanghai. Doch nun kehrte er in seine Heimat nach Dänemark zurück, um sich der Krankheit zu stellen.

Es folgten Jahre der mühevollen Behandlung: Bestrahlung und eine kostenintensive Chemotherapie. Doch dann hatte er es geschafft. Der Krebs war besiegt.

Menschen können sich ihre Wünsche erfüllen

Noch während seiner Genesung entschied er sich, sein Leben komplett umzustellen und einer Idee zu widmen, die anderen helfen würde. “Die Krankheit löste in mir das Bedürfnis aus, den Menschen etwas zurückzugeben, die mich während meiner Behandlung unterstützen”, erzählt er.

Und so beschloss er, eine offene Plattform zu gründen, die das Leben von Tausenden Menschen positiv würde beeinflussen können. Caremaker war geboren.

Bei Caremaker können Menschen, denen das nötige Geld für eine Operation, die Erfüllung eines Wunsches oder eines sonstigen persönlichen Anliegens fehlt, ihren privaten Spendenaufruf einstellen.

Frau sammelt Geld für Krebstherapie

“Über 6000 Aufrufe sind schon über unsere Plattform gegangen”, sagt Nørgaard. “Einer, der mir besonders im Gedächtnis geblieben ist, war der von Pia, einer Frau um die 40, die Unterstützung zur Finanzierung ihrer Krebstherapie brauchte.”

Pias Aufruf zeigte Erfolg. Sie konnte genügend Spenden sammeln, um von Dänemark nach Deutschland zu fahren, um sich dort behandeln zu lassen.

“Vier Monate später rief sie bei uns an, um uns mitzuteilen, dass die Behandlung erfolgreich und einwandfrei gelaufen sei und das ihre Überlebenschancen sehr gut aussähen. Sie bedankte sich bei uns. Das war ein ganz besonderer Moment für mich”, erzählt der Gründer von Caremaker.

Für ihn habe sich in diesem Moment ein Kreis geschlossen, so Nørgaard. “In diesem Moment wusste ich, dass Caremaker mehr bedeutete, als nur mein einzelner Schicksalsschlag, und mehr als nur eine Plattform.”

caremaker

Über 100.000 Dänen haben seit der Gründung 2012 über Caremaker schon gespendet. Nun können auch Deutsche sich über die Plattform ihre - teils extravaganten - Träume erfüllen.

Caremaker nun auch in Deutschland

“Ich bin überzeugt, dass Caremaker das Potenzial hat, in Deutschland noch erfolgreicher zu sein als in Dänemark”, erklärt Nørgaard. “Wir bekamen durch einen ersten Aufruf in Deutschland schon viele Schilderungen von Einzelschicksalen zugeschickt. Das bestätigt uns in der Ansicht, dass wir hier auf dem richtigen Weg sind und dass der Bedarf hierzulande, für persönliche Anliegen Online-Spendenaktionen zu organisieren, enorm ist.”

Deutschland sei demografisch gesehen gegenüber Dänemark im Vorteil. “Deutschland hat 14 mal so viele Internet-Nutzer wie in Dänemark , das Potenzial, ein größeres Publikum zu erreichen ist also groß.”

Das erklärte Ziel von ihm und seinen Mitstreitern: Auch in Deutschland Marktführer auf dem Gebiet zu werden. Hierzulande trifft das Team von Caremaker allerdings auf starke Konkurrenz. Etablierte soziale Spendenplattformen wie Betterplace existieren seit Jahren und haben sich einen Namen gemacht.

Gesundheitssystem lässt Versicherte mit ihren Sorgen allein

Die Gründer von Caremaker aber wollen sich davon nicht aufhalten lassen. Sie glauben, dass gerade in Deutschland der Bedarf nach einer solchen Plattform auch des Austausches groß ist.

“Die deutschen Gesundheitssysteme lassen in der Regel ihre Versicherten mit ihren Sorgen allein. Noch dazu sind die vom Einzelnen zu erbringende Beiträge für gesundheitliche Sonderleistungen meist viel zu hoch”, heißt es in der Ankündigung für den deutschen Markt.

Bleibt abzuwarten, wie viele unerfüllte Träume die Deutschen haben - und ob sie bereit sind, diese öffentlich zu teilen.

Wenn Sie auch einen Aufruf starten wollen, kommen Sie hier zur Homepage von Caremaker.

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