POLITIK
03/04/2015 10:31 CEST | Aktualisiert 04/04/2015 14:15 CEST

"So sympathisch wie Fußpilz" - SPD zofft sich am Karfreitag

dpa
"So sympathisch wie Fußpilz" - SPD zofft sich am Karfreitag

SPD-Vize Ralf Stegner hat am Karfreitag seine Partei vor einer verfrühten Diskussion über die Kanzlerkandidatur zur Bundestagswahl 2017 gewarnt.

Dem Berliner "Tagesspiegel" sagte Stegner: "Mir ist diese Debatte 2015 für die SPD so sympathisch wie Fußpilz." Dies gelte auch für Hymnen auf Kanzlerin Angela Merkel oder pessimistische Wahlvorhersagen. "Wir sollten jetzt hart arbeiten und mit klarem SPD-Profil antreten - alles andere kommt 2016 früh genug."

Wen Stegner mit seiner Kritik am Karfreitag meinte? Seinen SPD-Kollegen und Fraktionsvize Axel Schäfer. Der hatte sich für eine Kanzlerkandidatur des sozialdemokratischen EU-Parlamentspräsidenten Martin Schulz ausgesprochen, nachdem bereits zuletzt über Schulz als Kanzlerkandidat debattiert wurde.

SPD-Fraktionsvize plädiert für Schulz

"Wer einen Europawahlkampf so gut meistert wie Martin Schulz, ist auch prädestiniert für die führende Rolle in einem Bundestagswahlkampf", sagte er in einem am Freitag vorab veröffentlichten Gespräch mit dem Magazin "Der Spiegel". Damit hat sich erstmals ein führender SPD-Bundestagsabgeordneter öffentlich zur Kandidatur 2017 geäußert.

Es sei die Aufgabe von Parteichef Sigmar Gabriel, die Entscheidung darüber Anfang 2017 zu treffen. "Wir wollen 2017 wieder den Kanzler stellen", so Schäfer. "Das ist eine Frage von Inhalten und Haltung."

Parteichef Gabriel war zuletzt inhaltlich in die Kritik geraten, weil er sich für die Vorratsdatenspeicherung ausgesprochen hatte. In einer internen Sitzung Mitte März im Willy-Brandt-Haus sagte Gabriel laut "Spiegel", wenn die SPD seiner Linie in der Frage nicht folge, "dann werde ich eine Mitgliederbefragung zu dem Thema fordern".

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