WIRTSCHAFT
02/04/2015 13:07 CEST

Grüne fordern Maut für Fernbusse

Grüne fordern Maut für Fernbusse
dpa
Grüne fordern Maut für Fernbusse

Die Grünen fordern eine Regelung, die vielen Fernbus-Fans erst einmal gar nicht gefallen wird: eine Maut für Fernbusse. Eine solche Maut würde die bisher günstigen Tickets sicher deutlich teurer machen.

Die Bus-Maut könnte analog zu den Regel der seit 2005 geltenden Lkw-Maut erhoben werden, sagte Matthias Gastel, bahnpolitischer Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

Diese Maut sei ein „logische Konsequenz“, weil Lkw ab 12 Tonnen Gewicht in das Mautsystem einbezogen seien, Fernbusse aber auch ein Gewicht von bis zu 18 Tonnen hätten. Die Fernbus-Maut sei daher eine „logische Konsequenz“.

Um deutlich zu machen, dass die Grünen keine Fernbus-Gegner sind, betont Gastel einerseits die „umweltschonende Alternative“ und fordert andererseits eine zweckgebundene Nutzung der Maut-Gebühren vor: Die Einnahmen sollten für Investitionen in die Haltestellen für Fernbusse investiert werden.

Damit Fahrgäste sicher ein- und aussteigen können, die Haltestellen barrierefrei werden. Außerdem, so kritisierte Gastel, würden an viele Haltepunkten ein Wetterschutz, Toiletten oder Fahrplan-Infos fehlen.

Bus-Maut fairer?

Sind etwa zu viele Fernbusse gleichzeitig an einer Fernbus-Haltestelle, stockt auch regelmäßig der normale Straßenverkehr. So spielen sich teilweise chaotische Szenen ab.

Nach der Umrüstung der Haltestellen durch die von den Grünen geforderten Maut sollten die Haltestellen „über Stationsgebühren finanziert werden, die kommunale oder private Betreiber erheben“, heißt es in dem FAZ-Bericht.

Gastel findet die Bus-Maut auch fairer, weil dann nicht nur die Bahn für die Infrastruktur in Form von Trassenpreisen zahlen müsse, sondern auch die Fernbus-Anbieter an der Nutzung der Straße beteiligt werden.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt betont, dass es "aktuell keine Überlegungen" für eine Bus-Maut in Deutschland gibt. Auch die Reaktion des fusionierten Fernbus-Anbieters MeinFernbus FlixBus ließ nicht lange auf sich warten. „Im Gegensatz zum Verkehr auf der Schiene fließen keine Steuermittel und es hat kein staatlich subventionierter Monopolist die Oberhand. Daher sollte der deutsche Fernbusmarkt nicht durch die Einführung einer Maut ausgebremst werden“, erklärte Geschäftsführer André Schwämmlein gegenüber der Huffington Post.

Anfang Januar hatten sich die größten deutschen Fernbus-Anbieter MeinFernbus und FlixBus zusammengeschlossen. Sie kommen nach Angaben des Berliner Iges-Instituts auf einen Marktanteil von 74 Prozent.

Während die Deutsche Bahn im März mehr Spartickets für Fernverkehrszüge und einen Ausbau des eigenen Fernbus-Netzes ankündigte, geht auch der ruinöse Preiskampf der Fernbus-Anbieter munter weiter.

Reisende können selbst bei den günstigen Fernbus-Preisen durch einen Anbieter-Vergleich manchmal auf ein und derselben Strecke mehr als 60 Prozent zahlen, berichtet fernbusse.de. Und der durchschnittliche Ticketpreis deutscher Fernbus-Anbieter sank nach Recherchen von CheckMyBus.de von 16,82 Euro im Januar 2014 auf 13,82 Euro im Januar 2015 – eine Preissenkung um 17,84 Prozent.

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