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02/04/2015 16:28 CEST | Aktualisiert 02/04/2015 16:36 CEST

Staatsanwalt zu Germanwings-Absturz: Darum drosselte Co-Pilot Andreas L. die Geschwindigkeit nicht

dpa

Die Ermittler haben im Fall der abgestürzten Germanwings-Maschine neue Erkenntnisse mitgeteilt. Auf einer Pressekonferenz in Marseille am Donnerstag Abend äußerte sich Staatsanwalt Brice Robin zum Fund der zweiten Blackbox.

Die Blackbox sei zwar schwarz und verbrannt, doch äußerlich unversehrt, teilte Robin mit. Eine Polizistin hatte sie am Donnerstag in 1660 Metern Höhe gefunden.

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Der Flugschreiber lag offenbar im Feuer. Sie fand ihn an einer Stelle, an der zuvor schon andere Gendarme gesucht hatten, sagte er.

40 Mobiltelefone der Opfer sichergestellt

Zudem konnten die Einsatzkräfte mehrere Hundert Gegenstände der Passagiere sicherstellen, darunter 40 Mobiltelefone. Die Handys seien stark beschädigt, weshalb er nicht versichern könne, dass die Daten ausgewertet werden könnten, so der Staatsanwalt.

Auch zur Identifizierung der Opfer haben die Ermittler neue Erkenntnisse. Bisher seien 150 DNA-Spuren gesichert worden, so Robin. Das bedeute jedoch nicht, dass bisher ein einziger Passagier identifiziert sei. Wenn alles gut gehe, werde die Auswertung drei bis fünf Wochen dauern.

In der Pressekonferenz teilte der Staatsanwalt zudem mit, es gebe weitere Hinweise darauf, dass der Co-Pilot Andreas L. bei Bewusstsein gewesen sein müsse. Er sei sicher, dass der Pilot mehrfach eingegriffen und die Flughöhe verändert habe, so Robin.

"Die Geschwindigkeit hat er nicht verringert, da sonst ein Alarm ausgelöst worden wäre“, erklärte der Staatsanwalt.

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