POLITIK
01/04/2015 07:37 CEST | Aktualisiert 01/04/2015 07:37 CEST

Wahlen in Nigeria: Ex-Militärdiktator Buhari gewinnt Präsidentschaftswahl

dpa
Wahlen in Nigeria: Ex-Militärdiktator Buhari gewinnt Präsidentschaftswahl

Muhammadu Buhari hat die Präsidentschaftswahl in Nigeria gewonnen. Es ist der erste demokratische Machtwechsel seit das westafrikanische Land 1999 zur Demokratie zurückgekehrt ist.

er 72-Jährige Muslim lag nach Auszählung der Stimmen in allen Bundesstaaten des bevölkerungsreichsten Landes Afrikas mit rund 2,5 Millionen Stimmen in Führung, wie die Wahlkommission mitteilte. Der 57 Jahre alte christliche Amtsinhaber Goodluck Jonathan gestand seine Niederlage ein.

Freie und faire Wahlen

"Ich habe dem Land freie und faire Wahlen versprochen, und ich habe mein Wort gehalten", hieß es in einer Mitteilung Jonathans. Er forderte seine Anhänger auf, das Ergebnis zu akzeptieren. Stunden zuvor hatte Jonathan in einem Telefonat Buhari gratuliert.

Beobachter meinten, Jonathan habe damit höchst verantwortungsbewusst gehandelt und mögliche Gewaltausbrüche verhindert. Nach den letzten Wahlen 2011 war es zu blutigen Unruhen gekommen.

Buhari hatte im Wahlkampf versprochen, er werde die grassierende Korruption bekämpfen und den islamischen Terrorismus der Boko Haram ausmerzen.

Ehemaliger Militärdiktator wird neuer Präsident

Buhari gewann nach Angaben der Wahlkommission 20 der 36 Bundesstaaten Nigerias. Er sicherte sich rund 15,4 Millionen Stimmen, Jonathan erhielt nur etwa 13 Millionen.

Buhari hatte Nigeria von Ende 1983 für knapp zwei Jahre als Militärdiktator regiert. Er setzte die Verfassung außer Kraft und beschnitt Freiheitsrechte. Seine Regierung konnte die damals bestehenden wirtschaftlichen Probleme jedoch nicht lösen und wurde ihrerseits weggeputscht.

Rund 70 Millionen Wahlberechtigte waren am Samstag in dem Land zur Abstimmung aufgerufen. Die Wahl war ursprünglich bereits für den 14. Februar angesetzt, wurde aber wegen des Terrorfeldzugs von Boko Haram im Nordosten des Landes verschoben.

Terror bei Wahlen

Auch am Wahltag kamen bei Anschlägen etwa 30 Menschen ums Leben. Seit 2009 töteten die sunnitischen Extremisten mindestens 14 000 Menschen.

Nigeria ist der größte Ölexporteur des Kontinents und auch die größte Volkswirtschaft. Die Mehrheit der Nigerianer lebt jedoch immer noch in großer Armut.

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