WIRTSCHAFT
01/04/2015 15:17 CEST | Aktualisiert 02/04/2015 05:16 CEST

Vorwurf gegen Burger King: Fast-Food-Unternehmen soll Kunden daran hindern, auf Toilette zu gehen

Getty

Es ist gerade etwas ruhiger geworden um Burger King. Aber die Auswirkungen der Ekel-Enthüllungen von Günther Wallraff setzen dem Fast-Food-Unternehmen immer noch zu. Die Kundenzahlen sind deutlich zurückgegangen, die Umsätze zeitweise eingebrochen.

Zudem ist es um die gesamten Branche derzeit nicht gut bestellt. Das Image von Fast-Food ist ramponiert. Die Deutschen haben immer weniger Lust Burger und Pommes.

In der Fast-Food-Branche hatten sich die Beobachter in letzter Zeit auf den ebenfalls krisengeschüttelten Konkurrenten McDonald’s fokussiert.

Doch jetzt kursiert im Netz ein neuer Vorwurf gegen Burger King. Die Crowdsourcing-Plattform „Blasting News Deutschland” prangert in einem aktuellen Bericht Missstände bei einem Franchisenehmer in Berlin an.

Burger King hat ein Toiletten-Problem

Dem Bericht zufolge werden Kunden dort daran gehindert, auf die Toilette zu gehen. Angeblich weil Burger King Kosten für Reinigungskräfte sparen will. Konkret geht es in dem Fall um ein Burger-King-Restaurant in dem bekannten Einkaufszentrum „Eastgate” im Berliner Bezirk Marzahn.

Burger King ist dort eine von vielen Gastronomien. Und in Gastronomien können Kunden normalerweise auch sanitäre Anlagen aufsuchen. Bei Burger King ist das offenbar nicht automatisch selbstverständlich.

„Blasting News Deutschland” veröffentlichte eine Mitteilung, die offenbar an den Toiletten-Türen angebracht ist. Darauf heißt es:

„Sehr geehrte Gäste, während der Center-Öffnungszeiten bitten wir sie, die Toiletten des East Gate Centers im 1. Stock zu benutzen. Vielen Dank, ihr Burger King Team”

Burger King weist seine Kunden an der Toilette also ab und schickt sie auf eine öffentliche Toilette im Einkaufszentrum. Stimmt dieser Vorwurf?

Auf Anfrage der Huffington Post erklärte das Unternehmen schriftlich:

„Während der regulären Öffnungszeiten des Centers sieht der Mietvertrag zwischen dem eigenständigen Burger-King-Franchisenehmer und dem Center-Management vor, dass Gäste die centereigenen Toiletten nutzen.”

Die Managerin des Einkaufszentrums, Bianka Schäfer, bestätigt diesen Sachverhalt. Zu „Blasting News Deutschland” sagte sie aber weiter:

„Burger King zahlt Geld für die Miete, aber nicht für Nutzung ihrer Kunden in unseren Center-Toiletten."

Gäste brauchen offenbar 10 Minuten für den Gang zur Toilette

Burger King selbst teilte zudem schriftlich mit, man habe Gästen in der Vergangenheit „seine restauranteigenen Toiletten als freiwillige Geste” zur Verfügung gestellt. Diese hätten nach Fällen von Vandalismus jedoch geschlossen werden müssen, um die Sicherheit der Gäste zu garantieren.

Nun hängt also die Nachricht an den verschlossenen Toiletten-Türen.

Gäste, die sich erleichtern müssen, bleibt somit offenbar keine andere Möglichkeit, als quer durch das Einkaufscenter zu ziehen, um eine Toilette zu finden. Der Weg dahin führe „quer über 32.000 m² (...), zwei Flure, eine Rolltreppe... Dauer bei zügigem Marsch gut 10 Minuten.” So schreibt es der Autor von „Blasting News Deutschland”, der sich vor Ort einen Eindruck verschafft hat.

Der Autor befragte einen Mitarbeiter von Burger King, warum Kunden in dem Restaurant nicht auf Toilette gehen dürften. Die Antwort:

„Der Chef hat uns gesagt, hier waren immer Jugendliche, die haben die Toiletten schmutzig gemacht. Alle drei Tage war alles verstopft. Jetzt sollen die den Dreck bei Sanifair machen."

Gäste müssen Toiletten-Geld bezahlen

Sanifair ist der Betreiber von den Toiletten des Einkaufzentrums. Der verlangt für Toilettengänge von Gästen in der Regel Geld. In dem Statement von Burger King heißt es dazu: „Die Toiletten im 1. Geschoss werden vom Center betrieben, weshalb es auch dem Center selbst obliegt, hier Gebühren für die Nutzung zu erheben.”

Geld, das offenbar zur Instandhaltung der sanitären Anlagen genutzt wird - und Kosten, die Burger King dadurch erspart bleiben. In dem Bericht von „Blasting News Deutschland” heißt es, das Unternehmen spare dadurch 5.000 Euro pro Jahr.

Burger King nahm dazu auf Anfrage der Huffington Post keine Stellung, erklärte lediglich, das Restaurant habe länger geöffnet als das Einkaufscenter an sich. Aus diesem Grund seien die restauranteigenen Toiletten außerhalb der Öffnungszeiten des Centers für die Gäste des Restaurants geöffnet.

UPDATE: Nachdem die Huffington Post über diesen Fall berichtete, erhielt die Redaktion das Feedback von Leser ”möller”. Er schrieb per Mail:

„Von dem angeregten Schild bin ich genauso empört. Die hygienischen Zustände der Toiletten vor der Schließung waren katastrophal, um es nett zu beschreiben. Ja, es gibt bei Sanifair Voucher. Jedoch werden diese nur zähneknirschend akzeptiert.”


Video: Blick in die Fast Food Küche

Wenn Sie dieses Video sehen, essen Sie nie wieder Burger bei McDonald’s


Video:

Fast Food: Dieser Imagefilm von McDonald's ging komplett nach hinten los


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