POLITIK
10/03/2015 03:15 CET | Aktualisiert 10/03/2015 21:41 CET

Österreichischer Politiker unterstellt Muslimen Widerliches

„Gegen radikalen Islam“ lautet die winzige Überschrift. „Stop Muslims now“ steht auf dem hellblauen T-Shirt der jungen Frau. Und daneben: „Ich lasse mich nicht vergewaltigen um zu zeigen wie tolerant ich bin!“

Die Zusammenstellung mit der ekelhaften islamfeindlichen Botschaft (und nebenbei bemerkt erbärmlichen Kommasetzung) hat ein österreichischer Politiker auf Facebook geteilt, wie die Zeitungen „Der Standard“ und die „Wiener Zeitung“ berichten.

Der Post stammt ursprünglich von einer ultrarechten Facebook-Gruppe namens „Abwehr dem Linken Terror“. Ob die Frau auf dem Bild tatsächlich damit in Verbindung steht oder das Bild einer Fotoagentur manipuliert wurde, ist derzeit nicht sicher zu sagen.

Partei ist für ihren Rassismus bekannt

Der Politiker ist Peter Immenvoll, Obmann der rechtspopulistischen Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ) Heidenreichstein. Die Ortsgruppe fiel den Berichten zufolge bereits öfter auf durch Statements, die an Volksverhetzung grenzen.

Der Post unterstellt Muslimen, sie würden andere vergewaltigen oder man müsse dazu bereit sein, wenn man sich mit ihnen verstehen wolle. Die Anti-Rassismus-Organisation ZARA will deswegen den Berichten nach die Sache an die Staatsanwaltschaft weiterleiten.

Immenhoff will in dem Post dagegen keine Volksverhetzung erkennen, schließlich wende man sich nicht gegen Muslime allgemein, sondern nur gegen radikalen Islam.

Die Landesebene der FPÖ sieht das ganz anders, sie ließ den Berichten nach den Post entfernen.

Dorf mit 4000 Einwohnern und ideenloser Partei

Heidenreichstein ist ein Dörfchen mit etwa 4000 Einwohnern in Niederösterreich. Bei einer Volkszählung 2001 - damals lebten noch 500 Leute mehr dort - kam heraus, dass dort 90 Prozent Katholiken und 2 Prozent Muslime wohnten. 95 Prozent der Einwohner waren Österreicher.

Schaut man sich die Facebook-Seite der FPÖ Heidenreichstein an, sieht man allerdings kaum andere Themen als die großen internationalen. Zum Beispiel den Mord am russischen Oppositionspolitiker Boris Nemzow - angeblich verübt von radikalen Muslimen - und zahllosen Posts über "betrügerische" und "gefährliche" Ausländer.

Oder anders: Eigene Inhalte produziert die FPÖ Heidenreichstein kaum. Aber dazu bräuchte man ja auch Ideen. Und man sollte grob der deutschen Orthografie mächtig sein, um sie angemessen zu formulieren.

Video: Studie zeigt: Das ist das ausländerfeindlichste Bundesland Deutschlands

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