WIRTSCHAFT
03/03/2015 12:42 CET | Aktualisiert 20/03/2015 11:18 CET

Drogerie-Kette dm nimmt kostenlose Plastik-Tüten aus dem Sortiment

Drogerie-Kette dm nimmt kostenlose Plastik-Tüten aus dem Sortiment
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Drogerie-Kette dm nimmt kostenlose Plastik-Tüten aus dem Sortiment

Es kommt selten vor, dass die Politik der Wirtschaft den Weg weist und diese ohne Murren nachzieht. In diesem Fall war es so.

Die Drogeriemarkt-Kette dm will in vielen ihrer bundesweit 1600 Filialen die kostenlosen Plastiktüten aus dem Sortiment verbannen. Der Grund: ein Beitrag zum Umweltschutz.

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Kunden-Feedback positiv

Das Unternehmen erklärte dem Online-Portal „Der Westen”, dass es den Filialleitern künftig freigestellt sei, ob sie die Gratis-Plastiktüten weiterhin anböten oder nicht.

Allerdings: An einigen Standorten hat es offenbar schon entsprechende Testläufe gegeben. So etwa in Essen. Wie „Der Westen” schreibt, ist an der dortigen Filiale ein Schild angebracht. „Hier gibt es keine Gratis-Plastiktüten mehr”, stehe darauf. Umweltbewusste Kunden, die nach Alternativen suchen, würden ans Personal verwiesen.

(Lesen Sie nach dem Video weiter)

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Es ist davon auszugehen, dass das Beispiel Schule machen wird und bald an noch mehr Standorten greift. Zumal die Kundenresonanz bislang offenbar positiv ist.

Christoph Werner, Geschäftsführer für das Ressort Marketing und Beschaffung bei dm, erklärte gegenüber „Der Westen”:

„Wir bei dm beschäftigen uns schon seit einiger Zeit mit der Frage, welche Einkaufstaschen von unseren Kunden gewünscht sind und inwieweit wir dies mit den Aspekten der ökologischen Nachhaltigkeit vereinbaren können."

Die Politik fordert, dm antwortet

Pionier auf diesem Feld ist dm derweil nicht. Die EU-Kommission treibt das Aus für die Gratis-Plastiktüte seit Jahren voran. Bis 2019 soll der derzeitige Plastiktüten-Verbrauch der EU-Bürger nach Willen der Politik von etwa 200 pro Jahr auf 45 gesenkt werden - zur Not mit landesweiten Verboten.

Die Bundesregierung hat noch nicht entschieden, wie sie die Vorgabe umsetzen will. Derzeit spreche "nichts dafür, in Deutschland Abgaben oder gar Verbote zur Reduzierung des Verbrauchs an Plastiktüten einzuführen", sagte eine Sprecherin von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD). Man werde mit Umweltverbänden, Verbraucherschützern, Ländern und der Wirtschaft über das Thema diskutieren. Vom Handel gebe es positive Signale zur Kooperation.

Das Umweltbundesamt (UBA) hatte vorgeschlagen, Plastiktüten etwa in Kaufhäusern und Bekleidungsgeschäften nicht mehr gratis abzugeben. Umweltschützer verweisen darauf, dass in Irland nach Einführung einer Abgabe die Anzahl der Plastiktüten von 328 auf 18 je Bürger und Jahr gesunken sei.

mit dpa

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