POLITIK
02/03/2015 04:41 CET | Aktualisiert 18/01/2016 13:17 CET

24 Dinge, die du nur verstehst, wenn du Wehrdienst statt Zivildienst geleistet hast

Getty

Die Bundeswehr hat Nachwuchssorgen. Seit Mitte 2011 ist die Wehrpflicht ausgesetzt. Und vorerst sieht es nicht so aus, als ob sich daran noch einmal etwas ändern würde. Im Grunde ist das eine gute Nachricht für alle jungen Männer: Sie sparen sich ein gutes Stück Lebenszeit.

Insgesamt haben von 1957 bis 2011 gut 8,5 Millionen junge (West-) Deutsche ihren Grundwehrdienst bei der Bundeswehr absolviert. Von den 70er-Jahren bis zur Wiedervereinigung dauerte der Dienst 18 Monate, zuletzt waren es noch neun. Manche denken gerne daran zurück: Kameradschaft, Anerkennung, Leben in der Natur. Andere gingen mit gegensätzlichen Eindrücken zurück ins Zivilleben: Langeweile, Suff und sinnloser Drill.

Auf die ein oder andere Weise haben aber alle dabei etwas mitgenommen. Die Huffington Post nennt Ihnen 24 Dinge, die man nur verstehen kann, wenn man bei der Bundeswehr war.

Lesen Sie auch:
Armes Deutschland: Menschen wie ihr gehören nicht zu uns

1. Mit der dienstlich gelieferten Schuhcreme und den Panzerplatten-Hartkeksen aus den Marschpaketen kann man Feuer machen.

2. Und mit einem Klappspaten Bäume fällen.

3. Niemand weiß so genau, was in den neonfarbenen Säften in der Kantine steckt. Im Grunde ist es wie mit dem Fleisch auf dem Zwei-Euro-Döner vom Bahnhofskiosk: Es will auch niemand wissen.

4. Du lernst, was Freiheit ist. Weil du sie nicht hast.

5. Das Wort „ABC-Alarm“ klingt dir auch 10 Jahre später noch in den Ohren.

6. Du hast dir beigebracht, in jeder nur denkbaren Körperhaltung zu schlafen: Im Sitzen, während des Theorieunterrichts.

7. Mit dem Kopf auf dem Tisch in deiner Stube, in der halben Stunde zwischen Mittagessen und nächster Übung.

8. Oder auch im Stehen, wenn die Fußkranken im Sanitätsbereich ihre Quartalshauptversammlung abhalten.

9. Deswegen weißt Du auch, dass die Bundeswehr Ursprung und unerschöpflicher Quell von geschätzten 95 Prozent aller dummen Sprüche in Deutschland ist. Spätestens dann, wenn Dich ein Oberfeldwebel mit den Worten „Die Wand steht auch ohne sie!“ aus deinem Powernapping-Versuch weckt.

10. Du denkst Dir dann eben still und heimlich: „Uffze, Stuffze, Oberfeld / Zivil ne Null, beim Bund ein Held.“

11. Weitere Klassiker aus dem Genre der Ausbildersprüche: „Haben sie Geburtstag? Nein? Dann Hände von der Kerze!“ (freundliche Aufforderung an den Rekruten, doch bitte die Hände aus den Hosentaschen zu nehmen)

12. „Ein Bundeswehrsoldat zittert nicht vor Kälte, sondern vor Wut darüber, dass es nicht noch viel kälter ist. Dann wärmt er sich an einem Eisblock auf.“ (Standardspruch bei Winterübungen)

13. „Sie sind zum Dienst erschienen? Erscheinen kann nur die Jungfrau Maria! Und die habe ich heute noch nicht gesehen.“ (Kreativ formulierter Hinweis darauf, dass man im Bundeswehrdeutsch zum Dienst „antritt“)

14. Die Mitglieder der linken Theatergruppe an deiner alten Schule strecken dir den Hitlergruß entgegen, wenn sie dich in deiner Uniform sehen.

15. Ohne Raucher gäbe es keine Kippenpausen. Deswegen sind während der Grundausbildung die Leute mit den Fluppen deine besten Freunde.

16. Anfangs machst du über den Bundeswehr-Abkürzungsfimmel noch Witze. Später redest du selbst vom „BWAküFi“. Und von „KzH bis DZE“, wenn du über deinen sehnlichsten Wunsch während des Biwaks im Herbstorkan sprichst: Krank zu Hause bis Dienstzeitende.

17. Biwak heißt übrigens: „Bin im Wald am Kämpfen“. Und dein Zelt ist eine „Dackelgarage“.

18. Niemals solltest du es dir mit den Leuten aus der Materialgruppe verscherzen. Das merkst du spätestens dann, wenn du eine Verlustmeldung schreiben musst für die olivgrünen Socken, die dir daheim in der Waschmaschine deiner Mutter verloren gegangen sind.

19. Wer keinen Respekt vor Waffen und deren Wirkung hat, ist dir suspekt. Völlig zu Recht übrigens.

20. Nirgendwo verbreiten sich Neuigkeiten und Gerüchte so schnell wie auf dem Flur einer Bundeswehrkaserne. Und das gilt selbst in Zeiten von Facebook und Twitter.

21. Als Rekrut hasst du die Morgenläufe vor dem Frühstück. Später vermisst du den Duft des Taus auf den Blättern und Grashalmen, weil du es im Zivilleben nie wieder schaffen wirst, so früh in der Natur unterwegs zu sein.

22. Außerdem ist das Bier im Mannschaftsheim für lange Zeit das billigste frischgezapfte Pils, das du trinken wirst.

23. Du weißt, dass die Küche nur ein bestimmtes Budget im Monat zur Verfügung hat. Und wenn in der ersten Woche ein Gourmetfeuerwerk von Schnitzel bis Hähnchen abgebrannt wird, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die kommenden drei Wochen voller Eintöpfe sein werden.

24. Niemals vergisst Du die Ehrenrunde in deinem Auto, die du durch die Kaserne drehst, bevor du zum Ende deines Wehrdienstes das Tor ein letztes Mal verlässt.


Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter

blog@huffingtonpost.de.