LIFE
02/03/2015 06:53 CET | Aktualisiert 02/03/2015 06:54 CET

Erschreckende Studie: ADHS kann zu einem frühen Tod führen

ADHS-Erkrankte sind häufiger in Unfälle verwickelt
Thinkstock
ADHS-Erkrankte sind häufiger in Unfälle verwickelt

Die Diagnose "Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung", kurz ADHS , ist eine hohe Belastung für die Betroffenen. Der Alltag mit dieser Krankheit ist nicht einfach, oft leiden Patienten ihr Leben lang darunter.

Eine neue Studie ergab nun, dass die Krankheit offenbar noch schlimmere Folgen haben kann. Dänische Wissenschaftler fanden heraus, dass ADHS in Zusammenhang mit einem frühen Tod steht.

Zusammenhang zwischen ADAS und einem früheren Tod

Veröffentlicht wurde die Studie in der medizinischen Fachzeitschrift „The Lancet“: Forscher untersuchten Daten von fast 2 Millionen Menschen. Sie fingen beim ersten Lebensjahr an und analysierten teilweise Material aus einem Zeitraum von 30 Jahren.

32.000 der beobachteten Menschen waren und sind an ADHS erkrankt. Grundsätzlich konnte eine Verbindung zwischen den beiden Variablen „Erkrankung“ und „früherer Tod“ nachgewiesen werden. Im Vergleich zu Menschen ohne ADHS ist das Risiko, früh zu sterben, bei Erkrankten doppelt so hoch.

Unfalltod als Ursache

Die Forscher konnten außerdem eine weitere Schlussfolgerung ziehen: Bei ADHS-Erkrankten ist das Risiko höher, in einen Unfall verwickelt zu werden. Die Forscher untersuchten 107 Todesfälle von ADHS-Erkrankten. Bei 79 Menschen konnten sie die Todesursache ermitteln. 78 davon starben in Folge eines Unfalls.

Der Autor der Studie erklärt diesen Zusammenhang so: Bei ADHS-Erkrankten sei das Risiko für antisoziales Verhalten und Drogenmissbrauch höher. In Kombination mit Unaufmerksamkeit und Impulsivität könne das auch das Unfallrisiko erhöhen.

Begrenzte Reichweite und Gültigkeit der Ergebnisse

Allerdings sollten diese Erkenntnisse differenziert betrachtet werden. Bei der Studie handelt es sich um eine beobachtende Studie, die nicht experimentell angelegt wurde. Das bedeutet, dass ausschließlich Aussagen bezüglich möglicher Kausalverbindungen getroffen werden. Außerdem wurde die Studie nur in einem einzigen Land durchgeführt.

Video: Schutz vor Zellschäden und Krankheiten: Darum sollten Sie öfter Kaffee trinken

Hier geht es zurück zur Startseite