POLITIK
02/03/2015 04:16 CET | Aktualisiert 02/03/2015 04:33 CET

Reaktion auf südkoreanisches Manöver: Nordkorea feuert zwei Kurzstreckenraketen ab

Nordkorea hat am Wochenende zwei Kurzstreckenraketen abgefeuert (Archivbild)
AP
Nordkorea hat am Wochenende zwei Kurzstreckenraketen abgefeuert (Archivbild)

Jedes Jahr halten Südkorea und die USA ein großes Militärmanöver ab. Auf Reaktion darauf hat Nordkorea jetzt zwei Kurzstreckenraketen in Richtung offenes Meer abgefeuert.

Sie seien von der Westküste des Landes aus etwa 490 Kilometer in Richtung Japanisches Meer geflogen, so der Generalstab der südkoreanischen Armee. Es habe sich vermutlich um Raketen des Typs Scud gehandelt. Beide Staaten waren sich gegenseitig Provokation vor.

Ungeachtet der Proteste aus Nordkorea begannen die USA und Südkorea wie geplant die fast zweimonatigen Feldübungen unter dem Namen "Foal Eagle" sowie die zwölftägige Kommando-Schulung "Key Resolve".

Beide Seiten hatten zuvor Vorwürfe Nordkoreas zurückgewiesen, die jährlichen Frühjahrsübungen dienten der Vorbereitung eines Angriffs.

Nordkorea: Lage bewege sich an den Rand eines Krieges hin

An den Manövern nehmen nach Berichten südkoreanischer Medien etwa 220 000 Soldaten teil. Die USA haben 28 500 Soldaten in Südkorea zur Abschreckung Nordkoreas stationiert.

Es ist nicht unüblich, dass Nordkorea auf amerikanisch-südkoreanische Militärmanöver mit Raketentests und eigenen Manövern antwortet. Südkoreas Generalstab bezeichnete die jüngsten Tests des Nachbarlandes als Provokation.

Nordkoreas Volksarmee warnte angesichts der Militärmanöver in Südkorea davor, dass sich die Lage auf der koreanischen Halbinsel an den Rand eine Kriegs hin zu bewege. Den USA wurde eine feindselige Politik unterstellt.

"Indirekte Drohung"

"Die einzigen Mittel, mit Aggressionen und Krieg der US-Imperialisten und ihren Anhängern umzugehen, sind weder Dialog noch Frieden. Sie sollten allein mit erbarmungslosen Schlägen beantwortet werden", zitierten offizielle Medien einen Armeesprecher.

Im Januar hatte Nordkorea einen vorläufigen Verzicht auf neue Atomwaffentests angeboten, falls die USA ihre Militärmanöver mit Südkorea aussetzen. Washington lehnte das Angebot jedoch als "indirekte Drohung" mit einem neuen Atomtest ab.

Die Spannungen haben sich in den vergangenen Jahren regelmäßig erhöht, wenn die USA und Südkorea umfangreiche Militärübungen abhalten. Vor zwei Jahren hatte Nordkorea unter anderem mit einem atomaren Erstschlag gedroht.

kwi/dpa

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