POLITIK
02/03/2015 17:53 CET | Aktualisiert 03/03/2015 00:54 CET

Christen ziehen gegen ISIS in den heiligen Krieg

Die Religion auf den Arm tätowiert - Christen fliehen derzeit vor ISIS im irak
Getty
Die Religion auf den Arm tätowiert - Christen fliehen derzeit vor ISIS im irak

Es sind Bilder, die an längst vergangene Jahrhunderte erinnern: Christen, die im Namen Gottes durch die Altstädte des Nahen Ostens ziehen, um dort gegen Muslime zu kämpfen. Was erscheint wie eine Szene aus einem Film über die Kreuzzüge spielt sich aber in der Gegenwart ab – im Irak des 21. Jahrhunderts.

Wie die US-Tageszeitung "Washington Post" berichtet, kehren immer mehr US-Veteranen aus dem letzten Irak- und Afghanistankrieg auf das Schlachtfeld zurück, um gegen die Terrorgruppe Islamischer Staat (ISIS) zu kämpfen: Freiwillig und im Dienst christlicher und kurdischer Kampfverbände, die im Nordirak den Vormarsch von ISIS aufhalten wollen.

Irakische Truppen weitgehend wirkungslos

Ein Anführer eines solchen Kampfverbandes berichtet von vielen hundert Anfragen von Freiwilligen aus dem Westen, die die Christen in dem vom Bürgerkrieg zerrissenen Land verteidigen wollen. Die irakische Armee selbst ist dazu kaum mehr in der Lage.

Erst heute startete sie eine Offensive, um die Großstadt Tikrit zurückzuerobern. Ob ihr das gelingt, ist allerdings fraglich. Zu unmotiviert und schlecht ausgebildet haben sich die irakischen Truppen in den vergangenen Monaten gezeigt.

Kämpfer nicht überall willkommen

In letzter Zeit wurden auch immer wieder Christen von ISIS-Kämpfern verschleppt und ermordet oder gegen ein Lösegeld verkauft. Dagegen wollen die Kämpfer aus dem Ausland nun vorgehen, wie die "Washington Post" schreibt. Insgesamt sollen sich rund 900 Soldaten aus dem Ausland für einen Kampfeinsatz beworben haben.

Doch nicht bei allen Irakern, die ihre Heimat gegen ISIS verteidigen, sind die Helfer aus dem Westen willkommen. Zu sehr erinnert ihr religiöser Eifer an eine neue Art von Kreuzzügen. Und noch mehr religiösen Hass kann der Irak auf keinen Fall gebrauchen.

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