POLITIK
02/03/2015 23:44 CET | Aktualisiert 02/03/2015 23:46 CET

Griechenland: Verwirrung um ein mögliches drittes Hilfspaket

Der spanische Finanzminister Luis de Guindos
AP
Der spanische Finanzminister Luis de Guindos

Eine Äußerung des spanischen Finanzministers Luis de Guindos über ein drittes Hilfspaket für Griechenland sorgt für Verwirrung.

Der Spanier sagte auf einer Wirtschaftskonferenz in Pamplona, in der Europäischen Union gäbe es Diskussionen über ein drittes Hilfsprogramm für Griechenland. Es seien entsprechende Berechnungen im Gange.

Dabei gehe es um "30 Milliarden, 40 Milliarden, 50 Milliarden Euro", sagte jemand aus dem Umfeld des Ministers.

Eurogruppen-Sprecherin widerspricht

"Das zentrale Szenario für Griechenland ist ein Abkommen auf Basis des derzeitigen Rettungspakets, bei dem neue Bedingungen mit Flexibilität gesetzt werden", sagte er.

"Griechenland wird nicht die Eurozone verlassen", betonte er. "Das wäre weder für Griechenland noch die Eurozone gut."

Doch mit diesen Äußerungen stieß er auf Widerspruch. Nachdem eine Sprecherin des Vorsitzenden der Eurogruppe, Jeroen Dijsselbloem am Montag in Brüssel erklärte, davon sei ihr nichts bekannt, ruderte sein Ministerium in Madrid zurück: De Guindos habe sich zu einem "hypothetischen dritten Programm für Griechenland" geäußert.

"Wird nicht diskutiert"

Dijsselbloems Sprecherin Simone Boitelle sagte, ein drittes Rettungspaket sei "nicht etwas, was diskutiert wird".

Aus Kreisen des Athener Finanzministeriums verlautete, es gebe überhaupt keine Verhandlungen. Ministerpräsident Alexis Tsipras hat ein drittes Rettungspaket ohnehin gleich mehrfach ausgeschlossen. Das zweite Rettungspaket wurde gerade um vier Monate verlängert.

Doch sowohl deutsche Ökonomen als auch Politiker aus CDU und SPD gehen davon aus, dass Griechenland ohne ein drittes Paket nicht überleben kann.

Nach einem Bericht des "Spiegel" ist auch die Bundesregierung bereit für neues Griechenland-Hilfspaket.

Mit Material der ap

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