POLITIK
03/03/2015 00:36 CET | Aktualisiert 03/03/2015 06:36 CET

So erlebte Boris Nemzows Freundin Anna Durizkaja den Mord

Das ukrainische Fotomodell Anna Durizkaja
AP
Das ukrainische Fotomodell Anna Durizkaja

Anna Durizkaja, das 23-jährige ukrainische Fotomodell, das den Mord am russischen Oppositionsführer Boris Nemzow miterlebte, erzählte gestern unter Tränen vom Attentat auf ihren Freund.

In einem Interview mit dem unabhängigen russischen Fernsehsender Dozhd sagt sie, sie hätte ihren Lebenspartner im Bosco Café getroffen, einem teuren Restaurant im ehemaligen GUM Kaufhaus am Roten Patz. Er hatte gerade ein Radiointerview gegeben, in dem er Putins Politik "verrückt und aggressiv" genannt hatte.

Der Täter näherte sich von hinten

Sie aßen, verließen das Restaurant und liefen über eine Brücke über die Moskwa in der Nähe der Basilius-Kathedrale in Richtung von Nemzows Wohnung, sagte sie, während sich ihre Augen mit Tränen füllten.

Den Täter konnte sie nicht sehen, nur ein Auto, das beschleunigte.

"Ich weiß nicht, wo er herkam", sagte zu über den Täter. "Ich habe den Mann nicht gesehen. Ich drehte mich um und alles, was ich sah, war ein Auto in heller Farbe. Ich konnte weder die Marke erkennen noch das Nummernschild."

Nachdem Nemzow erschossen worden war, näherte sich ein Schneepflug und sie bat den Fahrer, die Polizei zu rufen. Er gab ihr die Telefonnummer und fuhr dann davon.

Vorwürfe gegen die russischen Behörden

Durizkaja sagte, dass sie lange von den russischen Behörden befragt worden war. Kurz nach Mitternacht landete sie mit einem Flugzeug im der ukrainischen Hauptstadt Kiew.

Von dort wurde sie rasch von einer Gruppe Sicherheitsbeamter in einem Auto mit getönten Scheiben weggebracht.

Wadim Prokorow, ein Rechtsanwalt von Nemzow, der mit ihr reiste, sagte, die Befragungen hätten sie emotional erschöpft.

Ihre Mutter, die mit der Nachrichtenagentur AP sprach, sagte in Kiew, dass sie besorgt sei, dass die russischen Behörden ihre Tochter "psychologisch unter Druck setzen".

"Ich bin besorgt, dass (die Behörden) sie benutzen wollen, als eine Bürgerin der Ukraine, sie benutzen, als ob diese Situation irgendetwas mit der Ukraine zu tun habe", sagte sie am Montag.

"Sie hat absolut nichts zu tun mit diesem Mord. Sie ist unschuldig. Hört auf, mein Kind zu benutzen."

Lesen Sie auch: Reaktionen auf dem Nemzow-Mord: "Eine Gesellschaft, in der ein kalter Bürgerkrieg aufkeimt"

Mit Material der ap

Sie haben auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn Sie die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollen, schicken Sie Ihre Idee an unser Blogteam unter blog@huffingtonpost.de.

Hier geht es zurück zur Startseite

Video: Goldene Zeiten für Russlands Waffenfirmen: Putin rüstet massiv auf